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Am 28.8.09 machte ich mich mit meinen Eltern auf den Weg nach Bochum-Wattenscheid, wo Uwe, wie schon einige Male zuvor, auftreten sollte. Was ursprünglich als Open Air angekündigt gewesen war, wurde schließlich in ein erneutes Kirchenkonzert umgeplant und so musste man sich zumindest um das Wetter keine Gedanken machen. Somit: 2009 nicht ein einziges Mal wegen Uwe nassgeregnet worden, wow!

Anders als sonst konnten wir an diesem Tag erst recht spät, um 14 Uhr, losfahren, weil meine Eltern beide wenigstens den halben Tag noch arbeiten mussten. Als wir an der Kirche ankamen, war es kurz vor 17 Uhr und es standen schon einige Fans vor dem Eingang. Wie vorher abgesprochen (Motto "Eine Hand wäscht die andre Hand") durfte ich mich dann zu ein paar Freundinnen ganz vorn gesellen und so verplauderten wir die restliche Zeit bis zum Einlass, bzw. erstmal Soundcheck. Als plötzlich eine Art Schuss fiel, spekulierten wir sogar kurzzeitig, ob es nun doch ein Solokonzert werden würde...

Marika, die wir wohl das letzte Mal gehört und gesehen haben, "beglückte" uns dann aber bestimmt eine Stunde mit ihrer unverwechselbaren Stimme und wir wussten, was uns am Abend erwarten würde, und vor allem auch, was für eine große Anzahl an Songs sie präsentieren würde. Spätestens als die ersten Töne des Rebecca-Titellieds durch das Holz drangen, fiel den meisten Umstehenden dann alles aus dem Gesicht. Der Frau ist auch gar nichts heilig...

Irgendwann soundcheckte dann auch Uwe mal und seine Liedauswahl ließ die Laune sofort wieder steigen. Nicht nur "Unchained Melody" hörten wir, sondern auch "Wind beneath my Wings"! Wie toll, besonders ersterer Titel ist ja etwas ganz besonderes für mich (wie ihr wisst).

Gegen 19 Uhr begann dann der Einlass und leider wurde wieder einmal bestätigt, dass es keineswegs immer die "jungen, dummen Krögerfans" sind, über die man nur den Kopf schütteln kann! Statt gesittet nacheinander in die Kirche zu gehen, seine Karte vorzuzeigen und sich dann einen Platz zu suchen, stürmten von hinten plötzlich zwei "Damen" im besten Alter heran, stießen hinter mir eine Freundin zur Seite und auch ich machte Bekanntschaft mit der Tür, wovon ich auch jetzt noch ein Souvenir am Handgelenk habe...

Nach diesem Ärger konnten wir dennoch Plätze in der ersten Reihe einnehmen, was schon wieder für das meiste entschädigte. Nun war warten angesagt und nach einer Begrüßung des Veranstalters fing schließlich das Konzert an - mit einem nicht kleinen Marika-Block. Besonders zu Beginn konnte man ihr im Gesicht ablesen, was in ihr vorging. Sie sah meiner Meinung nach nicht nur völlig fertig und vielleicht sogar verheult (?) aus, sondern fühlte sich ganz offensichtlich auch sehr unwohl in ihrer Haut. Allerdings benahmen sich alle anwesenden Fans gut, es wurde nicht gebuht, sondern brav, wenn auch in den ersten Reihen kaum hörbar, geklatscht. Nur mit einer Eiseskälte musste sie leben, aber etwas anderes war wohl auch kaum zu erwarten gewesen. Was sie mit ihrer Liedauswahl ausdrücken wollte, war dann aber auch wirklich offensichtlich... Man lese sich mal den Text von "Don't cry for me Argentina" durch, oder den von "Gold von den Sternen". Es war sehr deutlich... Dann kam auch noch das unvermeidliche "Rebecca" und ein paar andere Songs.

Als sie nach ihrem nicht enden wollenden Auftritt endlich Uwe ankündigte, stieg die Stimmung natürlich rasant an. Er begann mit dem letzten Tanz und war nicht nur stimmlich genau so, wie man ihn haben möchte. Er stolzierte durch die Reihen, flirtete, bezog die Fans mit ein. Eine super-Nummer gleich zum Start. Accessoire dabei war ein Fächer, den er in einem Sisi-Laden erstanden hatte, wie er uns nach dem Lied erzählte.

Danach sang er dann "Stern", auch das sehr sicher und schön. Die Pause hat ihm definitiv richtig gut getan, ich habe ihn lange nicht mehr so kräftig und sicher singen hören! Sicher war sein Text bei "Wie kann ich sie lieben?" danach dann zwar nicht, aber auch dieses Lied war sehr schön gesungen, bis auf einen kleinen Schlusston-Wackler. War aber der einzige an diesem Abend! Davor hatte er noch den "Starlight Express" besungen und verabschiedete sich danach vorläufig wieder, mit "Aquarius" aus Hair.

Nun war erneut Marika an der Reihe und diese setzte nun auf Stimmungs-Nummern, die von einem Teil der Zuschauer sogar begeistert aufgenommen wurden.

Dann war Uwe wieder dran und begann seinen zweiten Block mit "Goldfinger". Auch super gesungen, nur kann ich James Bond echt nicht mehr hören. Entsprechend "beglückt" war ich dann, als er "From Vienna with Love" noch nachschob, aber wenigstens sang er uns dabei an...

Aber danach war es endlich so weit, er sang "Unchained Melody" und ich schmolz dahin. So schön habe ich es ihn glaube ich noch nie singen gehört, es war genial! Danach kam dann "Calling you", was er mit einer netten Geschichte ankündigte. Heutzutage würde man ja gar nicht mehr telefonieren, man würde "simsen". Selbst mit seiner Mutter würde er sich so verständigen. Aber dann würde trotzdem irgendwann eine SMS kommen, mit "Mir ist langweilig, RUF MICH AN!".

"The Wind beneath my Wings" war das letzte Lied und auch hier haute er mich wirklich um, mit seiner Stimme und dem Gefühl in dieser! Ich denke, er hat gerade dieses Lied als Schluss gewählt, um sich für die bedingungslose Unterstützung zu bedanken. Den gesamten Abend konnte man sehen, wie fest seine Fans hinter ihm stehen. Sicher war es weder für Marika, noch für Uwe einfach, dieses Konzert durchzuziehen.

Was zwischen den beiden los ist, wurde dann noch einmal sehr deutlich, als sie doch gemeinsam auf die Bühne mussten, weil der Veranstalter sich bedanken wollte. Marika bekam eine Orchidee, Uwe einen Grappa (den er im Hotel trinken wollte, da er ihn nicht ins Handgepäck nehmen dürfe). Beide würdigten sich keines Blickes und weiter auseinander konnten sie auch kaum stehen. Als dann lautstark eine Zugabe gefordert wurde, wurde selbst diese getrennt gesungen. Marika begann mit "Thank you for the Music", was wirklich schön war, dann kam Uwe zurück. Und er setzte mit "Sweet Transvestite" definitiv den Höhepunkt! Geschlossen erhoben sich die Leute von ihren Plätzen, alles klatschte, johlte und sang. Uwe war komplett in seinem Element!


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Nach dem Konzert fand noch eine Autogrammstunde statt und auch hier hätte man Uwe und Marika kaum weiter trennen können. Er saß rechts in der Ecke, sie auf der anderen Seite links. Hier war er dann bestens drauf und wirkte viel gelöster, als beim Konzert. Dort hatte seine gute Laune gerade zu Beginn teilweise noch etwas aufgesetzt gewirkt, was natürlich in Anbetracht der Situation nur normal war.

Nach ein paar netten Worten und einem Foto machten wir uns dann auf den Weg nach Hause.


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