28.6.09, der letzte der NRW-Tage in Hamm. Zum Abschluss der Feierlichkeiten sollte es ein Musicalkonzert geben, präsentiert von Uwe, zusammen mit Pia, Jesper und Anna. Da bei der ganzen Sache freier Eintritt und somit auch freie Platzwahl herrschte, sind wir am Morgen bereits um 7:40 Uhr mit dem Zug losgefahren und waren dann um kurz nach 9 Uhr die allerersten auf dem Gelände. Zu unserer großen Freude waren Stühle aufgebaut, wir machten uns also vorne in der Mitte breit und warteten. Mit der Zeit kamen immer mehr Krögerianer und auch Pia-Fans und es wurde geplaudert, gescherzt und die Zeit verging unerwartet schnell. Das Programm ließ eher zu wünschen übrig, aber immerhin wissen wir jetzt, wie Tuffi (oder Taaffi?!) der Elefant fliegen gelernt hat und wurden fast eine Stunde mehr schlecht als recht durch eine mittels Tanz erzählte Geschichte über den Elefanten Maxi(m?) unterhalten, die keiner von uns wirklich verstanden hat...
Nachdem wir an die 7 Stunden gewartet hatten, begannen dann endlich die interessanten Dinge auf der Bühne, sprich: Soundcheck! Pia und Anna waren zuerst an der Reihe und probten ihr "All that Jazz". Das war schonmal recht lustig, da die Mikros nicht so wollten, wie die beiden und auch die Choreographie noch nicht wirklich rund lief. Irgendwann kam dann auch Uwe mal dazu und man sah auf den ersten Blick, dass er seine gute Laune offenbar in Wien gelassen hatte. Den Grund dafür erfuhren wir allerdings gleich darauf, er erzählte uns von der Bühne aus, dass er Fieber habe und sich nicht wohl fühle. Dann erkundigte er sich in unserer Ecke danach, seit wann wir denn warten würden. Nachdem er fertig war, durfte auch Jesper noch kurz ein bisschen testen, dann musste Platz für die Jungen Tenöre gemacht werden.
Allerdings begannen schon vor und während des Soundchecks die Ärgernisse: Immer mehr Leute liefen einfach vorne an die Absperrgitter, ohne Rücksicht auf die Masse, die brav die Stühle dahinter besetzt hatte. Da dies immer schlimmer wurde und wir bald von unseren Plätzen aus nicht mehr das Geringste sahen, beschwerten wir uns bei diversen Ordnern und baten darum, dass man die Leute doch entweder zum Weggehen oder wenigstens Hinsetzen auffordern solle. Die Leute der Security stimmten uns auch zu, dass es sich hier um ein Sitzkonzert handelte und wollten den Veranstalter ansprechen. So ging es immer hin und her, uns wurde zugesichert, dass es eine Durchsage geben würde, allerdings kam diese dann doch nicht. Das Ende vom Lied war, dass hunderte Leute vor uns standen, wir rein gar nichts mehr sahen und nun die Wahl zwischen "nach Hause fahren", "selbst in die Menge stürzen" oder "Akkustik genießen" hatten. Ich hab mich schon in aller Ausführlichkeit über diese Unverschämtheit und Rücksichtslosigkeit aufgeregt, deshalb hier nur noch kurz: Wenn das hoffentlich jemand liest, der zu denen gehört hat, die eine Stunde vorher kamen und sich dann die 1. Reihe "erkämpft" haben: Herzlichen Glückwunsch! Was auch immer Eure Eltern Euch beigebracht haben, Manieren waren es nicht! Ich habe selten so ein asoziales Verhalten erlebt! Fällt natürlich wieder auf alle Fans zurück und erneuert das ohnehin tolle Bild des "Kröger-Fans" in der Öffentlichkeit...
Die Jungen Tenöre soundcheckten dann auch erst und fingen mit einiger Verspätung irgendwann auch endlich an zu singen. Ich hatte sie vorher eigentlich als Lichtblick im Programm ausgemacht (dieser Lichtblick war im Nachhinein dann für mich der Gitarrenhexer!), wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Ich fand sie schlicht und ergreifend furchtbar! Wenn sie nicht gerade auf Italienisch gelitten haben, wurden Schlager vom Feinsten präsentiert... Ich war heilfroh, als sie nach über einer Stunde endlich fertig waren!
Und dann sollte das Musicalkonzert beginnen... wir warteten... und warteten... Uwe lief hinter der Bühne auf und ab wie ein Tiger und brüllte dann noch einen Techniker an... und mit über einer halben Stunde Verspätung ging es endlich los! Uwe begann mit "Ich bin nur für Liebe da" und begrüßte dann das Publikum. Er erzählte nochmal, dass er eine Seitenstrangangina habe und dazu fast 40° Fieber. Er wollte das Konzert aber nicht absagen und hätte deshalb auch am Vorabend noch mit Schüttelfrost Rudolf gespielt. Wir sollten es ihm nachsehen, wenn er vielleicht einige Töne nicht treffen würde, er sei komplett mit Drogen zugepumpt.
Das Konzert als solches war dann doch sehr schön, es wurden Lieder aus eigentlich fast allen Musicals gesungen, die jemals in NRW gelaufen sind, beispielsweise Elisabeth, das Phantom, Cats, Les Misérables, Aida, Starlight, ... ... Uwe war stimmlich meiner Meinung nach recht gut drauf, er hat zwar ein paar Mal gekrächzt, aber das ging schon. Nach dem Soundcheck hatte ich anderes erwartet...
Die Stimmung war wirklich toll und es wurde ohrenbetäubend gejubelt (vor allem wenn Uwe sich als Küsser-König präsentiert hat... nach eigener Aussage wollte er die Mädels wohl anstecken). Witzig war, als am Ende von "Gefährliches Spiel" plötzlich die Kirchenglocken nebenan losgingen und Uwe sich erstmal bekreuzigt hat. Oder später, als er meinte, er würde so schwitzen und prompt "Ausziehen, ausziehen" skandiert wurde. Dazu meinte er, wir würden gar nicht sehen wollen, was da drunter sei. Zwischendurch, während der Schatten, war auf einmal eine laute Krankenwagen-Sirene zu hören und Uwe war anzumerken, dass er sich sofort Sorgen machte, er guckte gar nicht mehr weg. Am Ende des Konzerts erkundigte er sich sogar, ob jemand wisse, wie es dem entsprechenden Patienten ginge. Das war so typisch und so lieb...
Zum Abschluss wurde "Danke für die Lieder" gesungen, die Sänger bekamen Stofftiere und dann gabs noch "Lullaby of Broadway" als Zugabe. Danach löste sich die Menge recht schnell auf und auch wir mussten uns sputen, um noch unseren Zug zu erwischen.
Fazit für mich, ich habe einiges mitgenommen: Einen Sonnenbrand auf der rechten Gesichtshälfte, die Erkenntnis, dass es grenzenlos unverschämte Leute gibt und vor allem die Lektion, dass man mit Höflicheit in unserer Welt anscheinend nicht mehr weiterkommt. Höhepunkt des Tages war für mich, wie Uwe mir vom Backstage-Bereich neben der Bühne zugewunken hat, das war wirklich süß. Ansonsten hoffe ich, dass er schnell wieder fit ist, sich jetzt endlich auskuriert und diese Dummheiten in Zukunft lässt und sich ins Bett legt, wenn er krank ist (wird er nicht, ich weiß).
Soundcheck:













"Mehr Hall" - und dann war er sauer, weil gelacht wurde






















Konzert:
Ich bin nur für Liebe da


Moderation








Gefährliches Spiel



Reaktion auf die Kirchenglocken


Totale Finsternis













Moderation



Die Schatten werden länger









Wenn ich tanzen will






Das Phantom der Oper












Starlight Express

Stern



Schlussrede und Danke für die Lieder



Pia hilft mit dem Schraubverschluss der Flasche









Gruppenkuscheln

Stofftiere für alle




Lullaby of Broadway
