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 Am 22.1.09 war es so weit, ich fuhr mit meinen Eltern nach Hamburg, wo wir uns Tarzan ansehen wollten. Ich war schon sehr gespannt, da das Castalbum mich insgesamt nicht so wirklich vom Hocker gerissen hatte, es aber doch einige Lieder gab, die ich sehr schön fand. Im Theater war der erste Blick der auf die Casttafel und mir fiel ein Stein vom Herzen, denn Anton sollte spielen! Als Jane hätte ich super-gerne Joana gesehen, allerdings war sie nur im Ensemble. Naja, immer noch besser, als wenn sie off Show gehabt hätte. Melanie Ortner spielte Jane, was ich auch nicht schlecht fand, da sie mir in der Fernsehshow schon gefallen hatte. Was mich noch sehr freute, war Ana Milva Gomes als Kala. Ich hatte sie zwar noch nicht live gesehen, kannte von einigen Auftritte aber ihre Stimme und finde diese sehr schön. Ansonsten sahen wir Andreas Lichtenberger als Kerchak, Angelo Vigneri als Terk, Peter Stassen als Porter und Ingolf Unterrainer als Clayton.
Vor Showbeginn erlebten wir noch ein weiteres Kapitel von "Die Stage ist sowas von unverschämt"! Ich wollte mir ein Programmheft kaufen und wurde dann erstmal gefragt, welches ich denn haben wollen würde, das Picturebook (etwa so dick, wie das normale Rebecca-Programmheft), oder das Heft, in dem die Darsteller aufgeführt sind (und das zu 70% aus Werbung für andere Stücke besteht). Zusammen sollten sie 20€ (in Worten ZWANZIG EURO) kosten. Zum Vergleich, in Wien kostet so ein Heft 5,80€, ist schöner aufgemacht und das Darstellerheft liegt gratis drin! Unfassbar...
Der Theatersaal ist sehr passend geschmückt und dekoriert, alles mehr oder weniger in grün gehalten, mit Lianen und Tiergeräuschen überall. Links an der Seite hängt ein Logbuch, das durch Projektionen ab und an weitergeblättert wird. Man kann also schon einmal lesen, wie die Geschichte beginnt, was für ein Schiff da gleich untergehen wird, wer die Besatzungsmitglieder sind und erfährt so, wie Tarzan überhaupt auf die Insel kommt. Der Saal an sich erinnert stark an Kino, wenig stimmungsvoll, aber schon irgendwie passend zum Stück. Es gibt eine enorme Steigung, sodass man wohl von jedem Platz aus gut sehen kann. Wie immer ziehe ich jedoch die Nähe zur Bühne, und somit die Mimik der Darsteller, dem Überblick vor.
Die Show beginnt schließlich mit einem lauten Knall (absolut aus dem Nichts, was für ein Schock!) und die Zuschauer sehen, wie das Schiff in ein Unwetter gerät und schließlich sinkt. Ein junges Paar kämpft im Meer ums Überleben (was absolut genial dargestellt wird, da die Darsteller an Seilen in der Luft hängen und so perfekte Schwimmbewegungen darstellen können) und wird schließlich mit ihrem Baby an den Strand einer Insel gespült. Allerdings fallen die beiden Eltern schon bald einem Leoparden zum Opfer und das Kind ist allein. Hier gibt es eine Art Schnitt und man sieht eine Affenherde, angeführt vom Oberhaupt Kerchak. Dieser hat mit seinem Weibchen Kala auch gerade Nachwuchs, doch auch hier wütet der Leopard. Das Affenbaby wird von ihm getötet. Wie der Zufall es will, findet die verzweifelte Affenmutter bald darauf aber das Menschenbaby und nimmt es mit zur Sippe. Kerchak ist von Anfang an dagegen, da er mit Menschen bisland ausschließlich negative Erfahrungen gemacht hat. Kala aber lässt sich nicht beirren und beschließt, sich um das Baby zu kümmern. Sie nennt es Tarzan und will es aufziehen, wir ihr eigenes Kind. Hier ist zum ersten Mal "Dir gehört mein Herz" zu hören, was Ana Milva Gomes wunderschön, mit dem Baby im Arm, gesungen hat.
Dann gibt es einen Zeitsprung und die Zuschauer sehen Tarzan als Kind, mit seinem Affenfreund Tark. Dieser hilft ihm, bis ganz nach oben in die Baumkronen zu kommen, wo Tarzan mit Hilfe eines selbst erfundenen Obstpflückers die süßesten Papayas ernten kann. Allerdings sieht der Obstplücker einem Speer sehr ähnlich... Als Kerchak dazu kommt und ihn sieht, fühlt er sich in seiner Meinung, dass Tarzan eine Bedrohung für die Sippe ist, bestätigt. Er führt Tarzan in den Wald, zeigt ihm wo er immer frisches Wasser findet und gibt ihm einige Ratschläge, dann lässt er ihn allein zurück. Als Kala davon erfährt, ist sie fassungslos. Sie verlässt die Sippe und macht sich auf die Suche nach Tarzan. Von da an schlägt sie sich allein mit ihm durch und Tarzan merkt wieder einmal, dass er anders ist, als die anderen. Auch, wenn ich grundsätzlich was gegen Kinder auf der Bühne habe, hat der Darsteller hier das alles sehr gut gemacht. Ist schon ein anderes Level, als beispielsweise die kleinen Rudolfs, auch körperlich!
Die Jahre vergehen und Kerchak versucht immer wieder, Kala zur Rückkehr zu bewegen. Sie aber bleibt dabei, entweder sie kommt mit ihrem "Sohn" zurück, oder gar nicht. Als Tarzan, mittlerweile übrigens von Anton gespielt, eines Tages mit dem Leoparden kämpft und diesen sogar tötet, darf er schließlich wieder zur Sippe stoßen. Nach wie vor wird er aber nur geduldet, nicht als Mitglied angesehen.
Sein Leben verändert sich, als er bei einem Streifzug durch den Dschungel plötzlich Jane trifft. Diese ist mit ihrem Vater, einem Forscher und Professor, nach Afrika gereist. Sie ist völlig fasziniert von der Tier- und Pflanzenwelt und merkt gar nicht, wie sie sich in einem riesigen Spinnennetz verfängt. Kurz bevor die Spinne sie fressen kann, wird sie allerdings von Tarzan gerettet. Beide sind sofort fasziniert voneinander und versuchen, miteinander zu kommunizieren. Hier ist natürlich der bekannte "Ich Tarzan, du Jane"-Satz zu hören und es gibt allgemein sehr viel zu lachen.
Im zweiten Akt verwüsten die Gorillas erst einmal das Lager der Menschen, was diese aber gar nicht wirklich zu stören scheint. Im Gegenteil, es ist der Beweis, dass Affen in der Nähe sind. Janes Vater möchte einen Gorilla fangen und mit nach England nehmen. Der Zweck der Reise ist es, seine Theorie zu beweisen, dass diese Tiere sozial sind und in Gruppen leben. In seiner Heimat wird er dafür belächelt, nun möchte er also Beweise sammeln. Begleitet werden Vater und Tochter von Clayton, einem arroganten Jäger, der lieber einen Gorillakopf als Trophäe mit nach Hause nehmen möchte, als das lebende Tier. Jane trifft sich weiterhin mit Tarzan und die beiden lernen sich immer besser kennen. Als Clayton dann einen weiteren Annäherungsversuch bei Jane unternimmt und sie sogar küsst, kommt Tarzan ihr zur Hilfe. Jetzt wissen also auch die anderen Menschen Bescheid über seine Existenz. Während sich Tarzan und Jane immer mehr ineinander verlieben, kommt Clayton auf die Idee, Tarzan zu benutzen, um die Gorillas zu finden. Er redet ihm ein, dass Jane nur bei ihm bleiben wird, wenn sie die Gorillas sehen kann. Tarzan glaubt Clayton und führt Jane, Janes Vater und den Jäger in das Versteck. Hier kommt es zum Streit, während Janes Vater einsieht, dass die Affen eine Familie sind und er unmöglich einen von ihnen einfangen kann, möchte Clayton am liebsten alle erschießen und mitnehmen. Er wird daraufhin von Janes Vater entlassen und fügt sich auch überraschend schnell. Schon hier kann der Zuschauer vermuten, dass er plötzlich einen anderen Plan hat...

Wer das Ende nicht erfahren möchte, sollte ab hier nicht weiterlesen!

Tarzan liebt Jane mittlerweile so sehr, dass er beschließt, Afrika mit ihr zusammen zu verlassen. Kala erzählt ihm die ganze Wahrheit über seine Herkunft und führt ihn zu einer Truhe in einem Baum, in dem ein Foto seiner Eltern und die Kleidung seines Vaters liegt. Diese zieht er gleich an und will sich auf den Weg zu den Menschen machen. Vorher singt Anton eine wunderschöne "Dir gehört mein Herz"-Reprise und verspricht der Affendame, dass sie immer seine "Mutter" bleiben wird, wo immer er auch ist.
Während Jane überglücklich ist, dass Tarzan mit ihr nach England reisen will, hören die Zuschauer einen Dialog im Camp mit. Clayton redet mit einigen Schiffsjungen und erzählt, dass er Tarzan als Haupattraktion ausgemacht hat. Auf dem Meer will er Jane und ihren Vater umbringen und über Bord schmeißen, um in England Tarzan als Affenmann auftreten lassen zu können und mit ihm ein Vermögen zu verdienen.
Allerdings kommt alles anders, als Tarzan sich von seiner Affen-Familie verabschiedet, kommt Clayton dazu und dann auch Kerchak. Es kommt zu einem Kampf, in dem Clayton auf Kerchak schießt. Daraufhin stellt sich Tarzan gegen die Menschen und überwältigt schließlich Clayton. Dieser wird im Schiff eingesperrt und stellt so keine Gefahr mehr da. Der sterbende Kerchak hat nun gesehen, dass Tarzan für die Sippe und gegen die Menschen gekämpft hat. Kurz bevor er stirbt, ernennt er Tarzan, seinen Sohn, zum neuen Anführer. Somit ist klar, dass er nicht mit Jane nach England reisen wird. Allerdings beschließt diese schließlich, dann an ihrer Stelle bei Tarzan im Dschungel zu bleiben.

Zuerst einmal vorweg, Tarzan ist wirklich ein Musical, in dem man stellenweise permanent mit den Tränen kämpft! Sei es nun am Anfang, wenn man aus dem Off Antons Stimme hört, während das Schiff sinkt, wenn Kala ihr eigenes Baby verliert und schließlich den kleinen Menschen findet, oder später, wenn Tarzan plötzlich mit einem Blumenstrauß über Janes Kopf auftaucht. Und im zweiten Akt am Ende natürlich auch nochmal, Kerchaks Tod ist mehr als berührend und sowieso ist das ganze Musical auf Emotionen aufgebaut!
Zur Besetzung, ich fand sie durch die Bank einfach super! Melanie als Jane war im ersten Lied teilweise etwas schräg, hat danach aber super gesungen und so extrem witzig gespielt, dass ich sie insgesamt toll fand! Ana Milva Gomes hat wie gesagt eine wunderschöne Stimme und man hat ihr die Affenmutter in jeder Sekunde abgenommen. Auch Andreas Lichtenberger als Kerchak war super, Angelo Vigneri als Terk sehr lustig und Peter Stassen als Porter, Janes Vater, gut besetzt! Auch das Ensemble ist super, wie die da tanzen und rumturnen, wow! Und Joana mittendrin!
Aber das absolute Highlight war für mich Anton! Dieser kleine Kerl hat so eine unglaublich volle, kräftige Stimme, genial!! Seine ganzes Schauspiel ist super, man nimmt ihm den Tarzan komplett ab! Und die Apemovements hat er auch unglaublich gut drauf! Also von ihm bin ich wirklich mehr als begeistert und würde ihn supergerne nochmal in der Rolle sehen! Meine Lieblingsszenen/-lieder an dem Abend waren "Dir gehört mein Herz", "Auf diesen Tag hab ich gewartet", "Wie kein Mann auf dieser Welt" und vor allem "Fremde wie ich" und "Auf einmal".

An der SD war dann gar nix los, meine Eltern und ich waren sogar die einzigen Fans weit und breit! Die Darsteller ließen auch nicht lange auf sich warten. Als einer der ersten kam der Kinderdarsteller des Tarzan heraus und lief heulend zu seiner wartenden Familie. Auf Nachfrage wurde er dann noch richtig bockig, der Grund für den ganzen Ärger war wohl, dass er nicht nochmal winken (?) durfte...
Bald darauf kam auch Ana heraus, mit der ich ein Foto gemacht und ihr nochmal gesagt habe, wie schön es war. Sie war sehr nett und schien sich auch über das Lob zu freuen. Dann kam irgendwann Anton heraus, mit Mütze und Mama (wie er meinte). Er kam dann irgendwie schon direkt zu mir und hat die ganze Zeit gestrahlt, wirklich seeeehr sympathisch! Wir haben zwar nicht viel geredet, aber der kleine Smalltalk war richtig nett. Sein Akzent ist echt zu niedlich! Irgendwann kam dann auch Marcel Meyer heraus, der die Künstlerische Leitung ist. Er war erst ziemlich überrascht, angequatscht zu werden, nach einer Weile wusste er dann aber, woher wir uns kennen und war auch noch richtig nett und witzig. Vor allem die Antwort auf die Frage, ob Joana noch drin sei: "Ja, also wenn sie noch nicht draußen ist, ist sie noch drinnen!". Sehr hilfreich... Da wir später nicht mehr aus dem Parkhaus gekommen wären, mussten wir dann leider gehen und konnten so nicht mehr auf sie warten. Aber es wird sicher ein nächstes Mal geben... Ganz sicher sogar!

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