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Nach fast 10-monatiger Wien-Abstinenz machte ich mich am Morgen des 20.12.10 endlich wieder einmal auf in meine Lieblingsstadt. Grund dafür war das Konzert der Musical Tenors, wobei ich im Grunde nicht unbedingt die 4 Jungs, sondern viel eher den Überraschungsgast sehen wollte...
Dank des Wetter-Chaos saß ich dann erstmal noch eine Weile am Flughafen in Hannover herum, allein das Warten auf die Enteisung der Maschine dauerte eine gute Stunde... aber egal, im Vergleich zu den Meldungen aus dem restlichen Europa hatte ich wohl noch Glück und kam gar nicht so extrem viel später in Wien an. Dort verbrachte ich den Tag mit erst zwei und dann später drei Freundinnen, und abends machten wir uns auf zum Theater Akzent, wo das Konzert stattfinden sollte.
Ich hatte erst im September erfahren, dass ich mir das Konzert auf jeden Fall ansehen sollte, von daher waren im Parkett die guten Karten schon vergriffen gewesen. Nicht aber im Rang, wo ich mit einer Freundin in der 1. Reihe saß. Da das Theater sehr klein ist, waren die Plätze mehr als ok!
Nach der Eröffnungsnummer sangen die vier Tenöre dann erst einmal einen ausgiebigen Block aus den Musketieren, was zum einen mit Patrick als original-D'Artagnan toll war, und zum anderen, weil ich mit diesem Musical so viel Schönes verbinde. Erinnerungen en Masse kamen nun also hoch und ich war bereits zu diesem Zeitpunkt im Glück! Der 1. Akt war zwar sehr Balladen-lastig, gefiel mir aber trotzdem supergut! Ich hatte mit Patrick Stanke und Mark Seibert nur zwei der vier Sänger bisher live gesehen und war sehr gespannt auf die anderen beiden. Wobei ich sagen muss, dass nur Patrick mich in jeder Hinsicht umhauen konnte. Worin auch immer ich ihn bisher gesehen habe, jedes Mal saß bei ihm jeder Ton und ich mag seine unverwechselbare und kraftvolle Stimme ohnehin supergern. Dazu kommt noch seine sympathische und lustige Persönlichkeit, Patrick ist für mich einfach ein rundum toller Darsteller. Marks Stimme finde ich auch sehr schön, nur warte ich bei ihm irgendwie immer auf den letzten Knalleffekt. Das letzte bisschen Kraft und das letzte "Wow" fehlt mir bei ihm immer. Eher enttäuscht, wenn man das bei einem so tollen Abend sagen kann, war ich dann leider von den anderen beiden Herren. Von Jan Ammann wird ja allgemein in den höchsten Tönen geschwärmt, ich hatte allerdings nicht einmal bei seiner "Unstillbare[n] Gier" im 2. Akt eine Gänsehaut. Er hat für mich ziemlich abehackt gesungen und die Töne teilweise sehr starkt gepresst. Das hat mir von beiden Wiener Krolocks, die ich gesehen habe, besser gefallen... Auch sonst fand ich Jan ziemlich farblos und vor allem seine tiefe Stimme regt in mir gar nichts. Schön ist es immer, wenn er etwas höher singt. Das Lied für seinen Sohn z.B. fand ich als Solches zwar ziemlich langweilig, gesungen war es allerdings wunderschön!
Von Christian Müller habe ich mir mindestens genauso viel versprochen, wenn nicht sogar mehr. Aber auch ihn fand ich am Abend dann eher farblos. Seine "Musik der Nacht" war schön, er hat auch eine angenehme Stimme, aber für mich ohne Wiedererkennungswert oder etwas Herausstechendes. Ihn würde ich aber gern mal in einem Musical sehen!
Das hört sich jetzt alles so negativ an, ist aber so gar nicht gemeint! Es war von Anfang bis Ende ein klasse Konzert!! Ob nun der bereits angesprochene Block aus 3M, die WWRY-Songs, "Draußen" von Mark, "Maria" oder "This is the Moment" von allen, oder Patricks "Wie wird man seinen Schatten los?", für das er zurecht den lautesten und längsten Applaus des Abend bekam - es war alles super!
Kommen wir nun aber zu den für mich ultimativen Highlights und ob das nun noch objektiv oder subjektiv ist, sei mal dahin gestellt... Das letzte Lied des 1. Akts war "I believe in you", ursprünglich mal von Celine Dion. Das sangen die vier Jungs erst gemeinsam, und dann war endlich Überraschungs-Lisas erster Auftritt gekommen! Zuerst hörten wir nur ihre Stimme, da sie am Ende des Parketts stand und durch dieses dann zur Bühne lief. Zu fünft sangen sie den Song zu Ende. Leider das letzte Stück vor der Pause, aber ein unglaublicher Gänsehaut-Moment. Zumal sie nun endlich mal wieder mit ihrer "richtigen" Stimme sang, bei Into the Woods ist sie ja doch sehr hoch. Wunderschön war es jedenfalls, auf Englisch und Französisch. Danach wurde sie von Christian noch angesagt (Leute, bitte... Betonung nicht aufs "An", sondern aufs "to"...), und dann war wie gesagt erst einmal eine Unterbrechung drin.
Das Highlight der Highlights folgte im 2. Akt dafür schon recht bald, Patrick sagte Lisa erneut an (und er spricht ihren Namen richtig aus! Er kann halt alles ;)) und diese schmetterte förmlich ein wunderschönes "A Change in me ", aus Beauty and the Beast. Toll, genial, ohne Worte!
Leider war es das für sie aber schon... Die Jungs machten in diesem Akt dann noch richtig super Stimmung, das Publikum war ohnehin von Anfang an begeistert dabei und so wurde überall lautstark mitgeklatscht. Besonders gut kamen die TdV-Nummern an, und auch die englische Version der Schatten aus Elisabeth. Zum Schluss gab es verdiente Standing Ovations, zwei Zugaben und Lisa durfte sich auch nochmal verbeugen und den Tenören Rosen bringen, die diese dann im Publikum verteilten.

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Viel zu schnell war ein geniales Konzert nun also zu Ende und wir machten uns auf nach draußen, wo noch kurz geplaudert, sowie Weihnachts- und Neujahrswünsche mit "Nummer 5" ausgetauscht wurden, während drinnen die anderen 4, also Patrick, Mark, Jan und Christian Autogrammkarten verteilten.


Während ich mich zu Hause noch gefragt hatte, ob eine Reise nach Wien sich für nur zwei Lieder von Lisa überhaupt lohnt, kann ich nun sagen: JA! Definitiv!! Ich möchte das Konzert (und sie darin) wirklich nicht missen, es war supertoll und ich bin froh, dass ich es gemacht hab!

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