Am 4.6.10 fuhren wir wieder nach Kassel, um André noch einmal als Emile de Becque zu sehen, bevor South Pacific im Juli beendet wird.
Unser Zug hatte etwa eine Stunde Verspätung, wir waren aber früh genug aufgebrochen und kamen so immer noch sehr pünktlich am Theater an. Nachdem wir sogar noch ein bisschen in der Sonne hatten sitzen können, machten wir uns auf in den, leider ziemlich leeren, Zuschauerraum.
Zum Stück an sich habe ich ja in meinem letzten Bericht schon genug geschrieben, diesmal kam es mir an einigen Stellen aber doch ziemlich langatmig vor. Lag vielleicht daran, dass ich die Geschichte nun kannte. Die Darsteller waren alle sehr gut drauf, Kristin Hölck gefiel mir genauso gut, wie Matthias Stockinger.
Wie beim letzten Mal war André aber wieder der Hauptgrund, dass es ein schöner Abend wurde. Wenn er singt, bekomme ich einfach eine Gänsehaut und gelegentlich auch ein paar Tränchen in den Augenwinkeln. Ich kenne keinen männlichen Darsteller, der eine vergleichbar schöne Stimme hat! Teilweise war er etwas neben der Spur, gleich zu Beginn wollte es ihm nicht gelingen, seine Zuckerzange auf einem Tellerrand abzulegen, sie fiel jedes Mal runter, es klimperte recht laut und irgendwann winkte André mit beiden Händen ab und ließ sie einfach daneben liegen. Auch etwas später, als er Champagner nachgießen wollte und nach der Flasche angelte, merkte er viel zu spät, dass das Glas noch bis zum Rand gefüllt war. So zuckte er nur die Achseln, stellte die Flasche wieder ab und nahm einen Schluck.
Beim Schlussapplaus entdeckte er uns dann in der ersten Reihe und grüßte erstmal von der Bühne herunter.
Auch hinterher an der SD ließ er nicht so lange auf sich warten, bereits nach 20 Minuten kam er raus und direkt zu uns gelaufen, sodass wir uns noch eine Weile sehr nett mit ihm über dies und jenes unterhalten konnten.

Alles in allem hatte es sich also absolut gelohnt, noch einmal nach Kassel zu fahren!