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Es war der 3. März 2009, als ich im Wiener Raimund Theater saß, und zum ersten Mal die Stimme hörte (auf jeden Fall zum ersten Mal bewusst, der Dracula-Schrei sei mal außer Acht gelassen), die nicht nur von 0 auf 100 zu meiner Lieblingsstimme der kompletten Musicalwelt werden sollte, sondern auch den Gedanken "Das wäre die perfekte ICH!!" in mir auslöste...

Gut zweieinhalb Jahre und drei Rollen später saß ich nun, am 29.10.11, im Flugzeug nach Zürich. In Aussicht noch eine Zugfahrt von dort nach St. Gallen, wo sich genau dieser über die Jahre immer weiter gehegte Wunsch endlich erfüllen sollte! Lisa als Ich! Die Castpräsentation hatte meine Vorfreude darauf sogar noch weiter gesteigert! Und auch auf Kerstin und ganz besonders André freute ich mich sehr.

Kaum in St. Gallen angekommen, empfing uns dann auch gleich gegenüber des Bahnhofs dieses Bild:

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Nein, das ist nicht das Theater, sondern nur ein sehr groß werbender Sponsor. Das Theater sieht so aus:

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Also weiß Gott keine architektonische Augenweide... Dafür aber schön geschmückt!

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Nachdem meine Mama und ich den Vormittag über die Stadt etwas erkundet und uns rettungslos verlaufen hatten, traf ich mich zum Mittag dann mit einer etwas ortskundigeren Freundin und lernte neben einem sehr guten Restaurant später auch noch die Innenstadt, inklusive einer besonders von innen sehr schönen Kirche kennen. Alles bei strahlendem Sonnenschein, also einfach perfekt!
Und die Stadt ist wirklich niedlich, wie eine Mischung aus Graz und Tecklenburg!

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Bemerkenswert ist ganz allgemein, dass überall Rebecca-Fieber zu herrschen scheint. An jeder Ecke schlagen einem Plakate oder sonstiges entgegen:

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Am Abend war es dann endlich so weit, wir machten uns auf zum Theater. Nachdem wir uns ein Programmheft gekauft hatten (sehr schön gemacht, mit ganz vielen Bildern!), trafen wir noch zwei Bekannte, mit denen wir bis kurz vor Vorstellungsbeginn plauderten. Danach ging es auf unsere Plätze in der ersten Reihe, ganz mittig. Allein der Anblick des brennenden "R"s auf blauem Untergrund - traumhaft! Ich fühlte mich direkt nach Wien zurückversetzt, wo ich dieses Bild vor jeder Vorstellung genossen und dem sich einspielendem Orchester, sowie Möwengekreische und Wellenrauschen gelauscht hatte. Das blieb in St. Gallen jetzt aus, erst zur Ouvertüre setzte es dann ein.
Ja.... die Ouvertüre... Lisa sang die ersten Töne und ich war weg, sprich in einer komplett anderen, glückseligen Welt. Es war einfach magisch. Die wunderschönen Klänge von "Ich hab geträumt von Manderley", gesungen mit der für mich einfach schönsten Stimme der Welt.
Man kennt das ja, es gibt Sänger und Sängerinnen, die haben so typische Töne, die einen immer wieder begeistern. Auf diese Töne wartet man im Lied, und wenn sie dann bei einem bestimmten Wort wieder kommen, denkt man sich "Wooaaah, tooooll!!". Nur ist es bei Lisa so, dass sie fast durchweg solche Töne singt! Bei ihr komm ich immer gar nicht mit dem "Wooow"en hinterher. Wenn ich gerade noch den einen Ton, oder diese oder jede Betonung bewunder, kommt schon der oder die nächste! Sie ist unglaublich und schon beim ersten Lied stand ich kurz davor, in Tränen auszubrechen. Dies zog sich dann echt durch das ganze Stück, auf der einen Seite war ich nur dämlich am Grinsen, auf der anderen kämpfte ich dagegen an, einfach loszuheulen! Doch nicht nur „Ich hab geträumt von Manderley" war wunderschön, sondern z.B. auch „Zeit in einer Flasche" oder „Heut Nacht verzauber ich die Welt". Wobei ich bei letzterem Clarices "Dazwischengesinge" nicht sonderlich toll finde, als Solo war das Lied mir lieber! Der Text allerdings hätte nicht passender sein können! Die Welt hat Lisa definitiv verzaubert, und das nicht nur in dieser Nacht!

Allgemein war es aber einfach sowas schön, Rebecca wieder zu sehen, und dann eben auch noch mit dieser Besetzung! Die war nämlich zum Großteil unglaublich gut!
Lisa habe ich bereits ausreichend angesprochen und ich finde einfach gar keine Worte dafür, wie sensationell sie war! Optisch, schauspielerisch und stimmlich. Es passte einfach alles zu 100%, ich weiß nicht, ob ich in meiner ganzen Fan-Zeit schon einmal etwas so schlicht und einfach PERFEKTES auf einer Bühne gesehen habe! Sie ist so extrem natürlich, man nimmt ihr jede Geste ab. Nie wirkt irgendwas auch nur ansatzweise aufgesetzt oder auswendig gelernt, sie ist in diesen Stunden einfach die Figur, die sie auf der Bühne darstellt! Und wie spontan sie sein kann, zeigte sie gleich am ersten Abend. Trotz ausgiebigen Rumgewackels am Tisch und auf ihrem Stuhl, wollte die Vase in Monte Carlo einfach nicht umfallen. Als Maxim sie dann an seinen Tisch einlud, anwortete sie situationsbedingt nicht mit "Nein nein, das geht doch nicht!", sondern mit "Aber es ist doch gar nichts passiert!". Fand ich klasse! Und das "Was hab ich denn getan??", das man ihr nach Maxims Ausraster beim Maskenball von den Lippen ablesen konnte, als sie zu Bee gelaufen ist, war einfach herzzerreißend!
Nochmal zu ihrer Stimme... die ist einfach so wunderschön, kräftig, aber gleichzeitig auch sanft.
Schade übrigens, dass ausgerechnet bei ihr der Tontechniker bei der Premiere versagt und sie viel zu leise eingestellt hatte. Wenn ich, gerade bei ihr, die neben Partnern wie Drew Sarich, Uwe Kröger oder jetzt Thomas Borchert eigentlich ausreichend bewiesen hat, dass sie mehr als nur mithalten kann, jetzt was von "Stimmchen" lese, könnte ich echt zu viel kriegen! Aber das nur am Rande, hat ja nichts mit den Vorstellungen zu tun, die ich gesehen habe!
Dann komm ich mal zum guten alten Maxim de Winter, seit Jahren eine meiner Lieblingsfiguren im Musical und für mich eigentlich fest in Krögerscher Hand. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass da irgendwer an Uwes Darstellung rankommen könnte. Maxim ist einfach seine Rolle und in Wien wollte ich ja noch nichtmal einen anderen darin sehen. Und jetzt ausgerechnet Thomas Borchert, von dem ich alles andere als ein Fan war? Hmmm... Aber man soll ja offen sein und jedem eine Chance geben.
Das tat ich dann auch bei Thomas, und was hat er sie genutzt!! Er ist ein absolut genialer Maxim, in jeder Hinsicht! Tolles, authentisches Spielen, egal ob allein, oder zusammen mit Lisa. Da fand ich vor allem niedlich, wie lieb er die meiste Zeit über mit ihr umgegangen ist, die kleinen Gesten auf der Hochzeitsreise oder später beim Schach sind zuckersüß! Die beiden haben meiner Meinung nach eine echt tolle Chemie und der Größenunterschied trägt zu diesem "Wie niedlich"-Effekt auch nochmal bei. Toll fand ich auch, dass sie ihm sowohl nach dem Antrag, als auch vor "Jenseits der Nacht" richtig auf den Arm gesprungen ist, und er sie herumgewirbelt hat. Das war in Wien ja gar nicht mehr der Fall, nach den ersten Monaten. Und wie Maxim sich kurzentschlossen für seinen eh schon "hochromantischen" Antrag den kleinen Blumenstrauß, der auf einem Tisch im Hotel stand, "geliehen" hat war auch eine niedlich-witzige Idee!
Auch ansonsten war Thomas super, seine Wutausbrüche fand ich klasse, und auch Maxims Verzweiflung. Neben den unglaublichen Schlusstönen von "Gott, warum?" und "Manderley in Flammen" (die er so singt, wie sie ursprünglich geschrieben wurden und wie Uwe sie selbst in besten Zeiten niemals erreicht hat) war sein Highlight ganz klar "Kein Lächeln war je so kalt". Ich war total umgebügelt, das Lied war ja schon bei Uwe immer super, aber was Thomas da zeigte... Wahnsinn!! Ich wusste echt nicht, dass der Mann eine so umwerfend tolle Stimme hat!! Einzig das Liebesgeständnis danach fiel mir viel zu knapp und schnell aus, wofür aber die Darsteller nichts können, sondern nur die Regie. Schade, denn diese Szene ist für mich eine der wichtigsten des ganzen Stückes!
Wichtig ist natürlich auch Mrs Danvers. Ich war sehr gespannt auf Maya, da ich sie bisher nur von einem Konzert kannte, aber noch aus keinem Musical. Aus den Ausschnitten fand ich sie optisch schonmal sehr passend, stimmlich war ich mir nicht ganz so sicher. Ihr "Sie ergibt sich nicht", bei dem ich dauerhaft Gänsehaut hatte, hat allerdings gereicht, um mich zu überzeugen! Auch ihre "Rebecca"s waren super, genau wie "Sie war gewohnt, geliebt zu werden". Was ihren Gesang allerdings noch um Meilen übertraf, war ihr geniales Schauspiel! Sie hat die Rolle ganz anders angelegt, als Susan. Eine völlig neue Interpretation. Diese Danvers ist nicht mehr so arrogant, sondern viel mehr irre vor Verzweiflung. Sie hat Rebecca offensichtlich abgöttisch geliebt und ist seit deren Verschwinden wahnsinnig vor Sehnsucht, daran besteht kein Zweifel. Bei der ersten Version des Titelliedes hatte Maya sogar beim ersten Refrain Tränen in den Augen! Diese Szene war allgemein sehr gut gespielt. Auf dem Stuhl, auf dem in Wien noch die Ich an Rebeccas Stelle gesessen hatte, saß nun niemand. In Mrs Danvers' Vorstellung allerdings wohl schon, jedenfalls berührte sie die Luft dort mit den Fingern und der Bürste ganz so, als würde ihre Herrin gerade dort sitzen, und sich von ihr zurechtmachen lassen. Ganz, ganz stark!
Ein absoluter Höhepunkt von Maya und Lisa zusammen war, neben des "Rebecca"-Duetts in Akt 2, definitiv "Mrs de Winter bin ich". Lisa spielte und sang, als würde es kein Morgen mehr geben. Einmalig ihre Gestik und Mimik in dieser Szene, sie genießt es da ganz offensichtlich, dass sie nun das Sagen hat und schmeißt Rebeccas Kalender etc. fast schon feixend in den Karton. Die Visitenkarten wischt sie sogar locker-lässig und nahezu beiläufig vom Tisch, während Mrs Danvers immer verzweifelter wird. Ihr Schrei, als die Ich den Amor zertrümmert, geht durch Mark und Bein. So hab ich das noch nie zuvor gehört, das war ein so irre-panisch-fassungslos gekreischtes "NEIIIINNN!!!", dass man einfach nur Mitleid mit ihr haben konnte! Alles in allem muss ich sagen... ich hab nicht nur eine neue Lieblings-Ich, sondern auch Lieblings-Danvers!
Als Frank Crawley steht in St. Gallen ja Gott sei Dank wieder der liebe André auf der Bühne. Was soll ich zu ihm noch sagen, außer dass er eine traumhafte Stimme hat, nach wie vor ein toller Frank ist und beim Ball seine doch recht beachtlichen Tanzkünste nun noch mehr zur Geltung kommen? Ähnliches gilt auch für Kerstin als Bee. Sie ist, wie schon in Wien, sehr lustig, gerade beim ersten Zusammentreffen mit der Ich. Dazu dann später Stütze und besorgte Schwester. Gesungen hat sie toll, nicht mehr mit ganz so viel Vibrato, wie früher. So fand ich "Was ist nur los mit ihm?" und "Die Stärke einer Frau" beides einfach nur schön, obwohl es eigentlich keine Favoriten von mir sind.
Neue Besetzungen gibt es für die Mrs van Hopper, Jack Favell und auch Ben. Isabel Dörfler als van Hopper fand ich sehr gut besetzt, Highlight war ihr stinksaurer Auftritt, nachdem sie erfahren hat, dass Maxim ihre Gesellschafterin heiraten will, und auch Oliver Heim machte seine Sache als Ben sehr gut. Bei ihm gefiel mir das Zusammenspiel mit Lisa sehr gut. In der Szene auf Manderley, in der Ben von Favell genötigt wird, etwas zu Rebeccas Tod zu sagen und Maxim so zu belasten, ist es jetzt überdeutlich, dass er nicht so unzurechnungsfähig ist, wie er scheint. Er guckt ganz hilflos zur Ich, die daraufhin fast unmerklich, ganz leicht mit dem Kopf schüttelt. Und daraufhin sagt Ben dann erst, dass er nichts gesehen und nichts gehört hat.
Andreas Wolfram als Favell gefiel mir allerdings nicht so super. Er war recht farblos (im Spiel, nicht optisch, wobei das absolute Nebensache und einfach ungewohnt ist) und bekam das Publikum das ganze Stück über nicht wirklich auf seine Seite. Die Scherze zündeten nicht richtig und auch die fiese, schmierige Art Favells wurde einfach nicht wirklich ausgespielt. Stimmlich ging er vor allem bei "Strandgut" doch ziemlich gegen das Ensemble unter, und das in allen Shows.
Im Stück an sich gibt es auch so einige Änderungen. Vor allem zu Beginn in Monte Carlo finden sich ein paar neue Dialoge. Mrs van Hopper erklärt der Ich z.B. genau, wer Maxim de Winter ist und was es mit Rebecca auf sich hat. Auch das anschließdene Zusammentreffen der beiden ist neu und sehr lustig, vor allem, als Maxim trocken meint, er würde sich lebhaft an sie erinnern... Das Lied "Er verlor unerwartet seine Frau Rebecca" hat eine komplett neue erste Strophe bekommen, die ich offen gestanden schwächer finde, als die ursprüngliche. "Dort sitzt Mr de Winter, einsam und verlassen. Er verlor seine Frau Rebecca, er kann es immer noch nicht fasseeeen" passt allein von den Silben schon nicht so recht und kommt mir eher vor wie "reim dich, oder ich fress dich". Ähnliches gilt auch für den neuen Favell-Text in "Sie war gewohnt, geliebt zu werden". "Danny, macht dir nicht ins Hemd" war da noch harmlos, gegen ein gesungenes "Sie hätt' mir bestimmt was gegeben" und "Sie hatte mich sehr gern", was auch jeweils nicht auf die vorhandenen Silben gepasst hat. Warum ändern, was gut war?
Eine große Änderung ist auch, dass "Wir sind britisch" gestrichen, bzw. durch ein neues Lied mit dem Titel "Merkwürdig" ersetzt wurde. Etwas merkwürdig, in der Tat. Ich kann nicht sagen, dass ich "Wir sind britisch" sonderlich mochte, aber ob "Merkwürdig" jetzt unbedingt besser ist... mich hat es eher aggressiv gemacht, das allerdings wegen des Inhaltlichen. Hier sind es nämlich die Angestellten auf Manderley, die sich über die neue Mrs de Winter lustig machen, und keine mehr oder minder unbeteiligten Bekannten auf einem Golfplatz mehr. Gibt dem ganzen m.E. ein ganz neues Ausmaß. Dass auch Frith und Clarice bei den Verunglimpfungen mitmachen, find ich auch ziemlich hart, da gerade diese beiden der Ich doch eigentlich recht wohl gesonnen sind... naja, ich hatte nen Hals auf die Angestellten und Mitleid mit der armen kleinen "Bubu"... ;)
Eine kritisch beäugte, für mich aber absolut positive Änderung ist Maxims neues Solo "Zauberhaft natürlich". Das singt er, als die Ich in Monte Carlo auf den Klippen am Zeichnen ist, während eines gemeinsamen Ausfluges. Es wurde ja bemängelt, dass Maxim sich nicht so früh offenbaren sollte, dass das Geheimnisvolle an ihm verloren ginge - dem ist aber nicht so, finde ich. Es ist einfach schön, wie er verliebt lächelnd um das Mädchen, das er ein paar Tage vorher kennengelernt hat, herumschleicht, und sie beobachtet, während sie ganz selbstvergessen und ebenfalls lächelnd ein Bild für ihn malt. Der Text ist nur noch das i-Tüpfelchen, da er quasi für Lisa-Ich geschrieben worden zu sein scheint! Er passt einfach zu 100% auf die Art, wie sie ihre Rolle spielt. Für mich ist der Song in jedem Fall eine echte Bereicherung!

Das Bühnenbild ist mehr als gelungen, es ist fast das gleiche, wie in Wien. Nur die Seiten wurden teilweise getauscht, so ist z.B. das Bett in der "Hilf mir durch die Nacht"-Szene jetzt links und Maxim mit den Sesseln rechts. Der Balkon im zweiten Akt wird auf die Bühne geschoben, weil es wohl nicht möglich ist, ihn als festes Kulissen-Teil nach vorn drehen zu lassen. Auch die Treppe versinkt nicht im Boden und fängt am Ende auch nicht Feuer, was meiner Meinung nach aber total nebensächlich ist. Dafür rennt Mrs Danvers mit einer Fackel darauf herum und bricht schließlich sterbend zusammen.
Anders sind auch einige Choreographien, z.B. beim Maskenball, "Die neue Mrs de Winter" und "Strandgut". Und bei "Manderley in Flammen" bringt Frank die Ich in Sicherheit, sodass Maxim seinen Teil am Ende allein singt.

Das Publikum war an diesem Abend sehr begeistert, es gab riesen-Applaus inklusive Standing Ovations und es war anhand des Lautstärkepegels zu erkennen, dass Lisa wohl die meisten Fans im Publikum hatte. Oder eben die meisten Leute überzeugen konnte. Bei ihr war es nämlich besonders laut, was mich natürlich sehr für sie freute! Auch schön fand ich, dass sehr viele Leute auch noch im Saal blieben, nachdem der Vorhang schon unten war und dem Orchester noch zuhörten, bis dieses fertig gespielt hatte. Danach kam nochmal ein extra-Applaus!

Nach der Show schauten wir kurz an der SD vorbei und sahen dort Kerstin endlich mal wieder.

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Auch Thomas kam kurz darauf aus dem Theater, grüßte freundlich und fing dann sogar an, ein paar Autogramme zu geben. Nach ein paar Sekunden des ungläubigen Starrens über diese Tatsache ging ich also auch hinüber, holte mir eine Unterschrift und wechselte noch ein paar Worte über die Show mit ihm. Alles, was ich sonst von ihm gehört und auch selbst mitbekommen hatte, widerlegte er an diesem Abend. Er war wirklich richtig nett und geduldig, außerdem die ganze Zeit am Lächeln!
Bald darauf verließen wir dann die SD, und machten uns zu viert auf, gegenüber in die Tonhalle. Dort gibt es ein Restaurant, in dem wir den Abend gemütlich plaudernd mit ein paar Getränken ausklingen ließen. Bis man uns dann schließlich raus warf...


Am 30.10. standen gleich zwei Rebecca-Shows auf dem Programm. Den Vormittag nutzen meine Mama und ich noch, um etwas durch die Gegend zu laufen und vor allem die außerhalb gelegenen Stadtteile etwas besser kennenzulernen, dann suchten wir verzweifelt nach einem geöffneten Restaurant fürs Mittagessen. Da in der gesamten Stadt wirklich nichts offen hatte, mussten wir uns schließlich mit McDonalds begnügen...
Unsere Plätze im Theater waren die gleichen, wie am Vortag. Die Stimmung allerdings ganz und gar nicht. Gleich busweise waren Scharen an Rentnern angekarrt worden, und diese sparten sich nicht nur teilweise das Klatschen, sie äußerten auch in der Pause lautstark ihren Unmut darüber, dass Rebecca kein Musicalstoff sei, Musicals an sich ganz allgemein nichts für sie seien, fanden die Texte der Danvers lächerlich ("Das ist ihr Bett, das ist ihr Nachthemd - das seh ich auch!"), Chicago sei doch so viel besser... usw. usw. Konsequent genug um eben einfach zu gehen, war allerdings nur das Ehepaar direkt neben mir.
Die Show an sich war gut, aber nicht mehr so "wow"-mäßig, wie am Vorabend. Die Darsteller hielten sich etwas zurück, was ja oft der Fall ist, wenn sie abends noch einmal auf der Bühne stehen werden. Sehr witzig fand ich in einigen Szenen Maya. Einmal, als sie in Bezug auf das Lieblingsgemälde von Maxim auf das "Wirklich?" der Ich nur mit "Mhmmm" antwortete. Und ganz besonders ihr völlig verständnisloses "Hö?!" auf Oberst Julyans "Wer ist Baker?"-Frage.
Der Schlussapplaus fiel überraschenderweise dann aber doch sehr enthusiastisch aus und es gab wieder Standing Ovations. Es war, als wären die Leutchen erst da aus ihrer Starre erwacht...
Wir machten uns zwischen den Shows auf zur SD, in der Hoffnung, André dort anzutreffen. Ihn hatten wir am Vorabend ja nicht mehr gesehen, weil wir recht früh gegangen waren. Da er aber am Nachmittag fröhlich von der Bühne gewunken hatte, dachten wir, er würde vielleicht rauskommen. Kam er nicht, dafür aber Maya, und zwar mit Danvers-Frisur, -Make Up und Mikro! Und sie war tierisch nett! Machte einige Fotos und hatte bei mir dann die Idee, dass wir ein Danvers-Foto machen sollten, beide mit entsprechendem Blick... ja, und das ist das Ergebnis:

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Nett lächeln kann sie aber auch!

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Danach unterhielten wir uns noch eine ganze Weile mit ihr, erst fragte sie, wo wir gesessen hätten und wie es denn da so mit dem Ton aussähe (welcher übrigens in allen drei Shows sehr gut war!), dann redeten wir über ihre Rolle. Wir schilderten unsere Eindrücke und sie freute sich, dass es alles so rüberkommt, wie sie es sich überlegt hatte. Dann erklärte sie noch etwas ihre Motive, also warum sie dieses und jenes so und so spielen würde und was dahinter steckt. War sehr interessant, mal ihre Sicht der Dinge auf diese Frau zu erfahren!
Witzig war, wie plötzlich Thomas im Theater an der SD vorbei lief, zu uns guckte, und dann strahlend anfing, zu winken. Er scheint sich offenbar wirklich sehr wohl zu fühlen, in St. Gallen...
Die Abend-Show sahen wir von Reihe 3 aus, ziemlich weit rechts. Da die Sitzreihen aber ansteigen, hatten wir einen tollen Blick auf die Bühne. Diese Show war wieder richtig klasse, fast so toll, wie am ersten Abend. Vielleicht war sie sogar besser, und ich hab den ersten Abend durch den "Endlich wieder Rebecca, endlich Lisa als Ich!"-Effekt als so besonders in Erinnerung.
Jedenfalls war jeder einzelne super drauf und es wurde eine richtig tolle, emotionale Show. Wobei Maya im zweiten Akt schon leichte "Verschleißerscheinungen" zeigte, sie verhaspelte sich etwas, redete Maxim mit Mrs de Winter an und verpasste bei der letzten "Rebecca"-Reprise ihren Einsatz. Geschenkt, ihrer Leistung tat dies keinen Abbruch! Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse, die Show ging glatt über die Bühne und diesmal war auch das Publikum wieder vollauf begeistert und dabei. Besonders laut wurde es nach Thomas' "Kein Lächeln war je so kalt", und das völlig zurecht. Sensationelle Leistung von ihm! Nach einem tollen Schlussapplaus mit einigen Vorhängen und einem geschlossen stehenden Publikum, machten wir uns ein letztes Mal auf zur SD.
Dort traf ich dann endlich auch wieder auf André, der erst schon von Weitem grüßte und kurz darauf dann angelaufen kam, um sich etwas zu unterhalten. Schön, ihn mal wieder zu sehen!!

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Auch Thomas war sehr schnell draußen und sofort dazu bereit, ein paar Fotos mit uns zu machen.

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Er bedankte sich für die Komplimente, fürs Kommen und erzählte, dass er jetzt noch nach Stuttgart fahren würde, wo am nächsten Tag Proben seien. Was ein Pensum, nicht schlecht... Nachdem wir dann alle noch etwas geplaudert und uns zum Teil für den nächsten Tag verabredet hatten, machten wir uns dann in unterschiedliche Richtungen zu unseren Hotels auf.
Am leider schon letzten Tag in St. Gallen traf ich mich erneut mit einer Freundin, und nach einem schönen Vormittag mit ihr hieß es dann um 15 Uhr Abschied nehmen und auf zum Bahnhof. Von da nach Zürich, dann nach Hamburg (danke Air Berlin, ist ja nicht so, dass wir HANNOVER gebucht hätten...) und von dort dann mit dem Auto nach Hause.
In jedem Fall war es ein wunderschönes Wochenende, sowohl mit Rebecca, als auch alles Drumherum. Warum muss sowas nur immer so extrem schnell vorbei sein und warum hat nach wie vor niemand diese Flasche erfunden, in die man diese besonderen Momente einsperren kann?!

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