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Ich muss ja ganz ehrlich sagen... es gibt seit Monaten (mittlerweile fast Jahren) nichts, worauf ich mich so sehr freue, wie die Events mit, bzw. die Konzerte von Helene!
Und wie schnell die Zeit zudem noch vergeht, war anhand ihrer Sommer-Events mal wieder zu merken. Vor über einem halben Jahr stürzte ich mich in die Vorverkäufe und sicherte mir meine Tickets.

Das erste Event für mich war das am 14.6. in Kassel und ausgerechnet hier, wo ich Karten in Reihe 19 zugeteilt bekommen hatte, obwohl ich ca. eine Sekunde nach Beginn des Vorverkaufs gebucht hatte, waren wir mit der ganzen Familie, inklusive Oma, angetreten.
Allerdings waren die Plätze recht ok, sooo weit weg war es jetzt nicht und bevor dann Reihe 1 in Hannover eine Woche später kommt, hab ich nun zumindest schon einmal einen Überblick!
Das Konzert begann um 19:45 Uhr mit einer etwa halbstündigen Show von Santiano (ja, Helene hat seit Neuestem eine Vorgruppe). Ich sag mal so, es hätte schlimmer kommen können, aber auch besser. Die Seemänner versuchten das Publikum schon etwas zu animieren, dieses befand sich aber zum Teil noch nichtmal auf den Plätzen oder war einfach zu träge, jetzt schon richtig leidenschaftlich abzugehen. So wurde die Aufforderung zum Mitklatschen doch eher halbherzig befolgt, wobei es zum Ende besser wurde.
Ich fand die ersten Lieder eigentlich ganz ok, nichts, was ich zu Hause hören würde, aber auch nicht zum Davonlaufen. Von Lied zu Lied merkte ich allerdings, dass ich die alle als ziemlich ähnlich empfand und war dann doch froh, als das Schiff in St. Helena angekommen war, wie Sänger Björn Both es ausdrücktte.
Nun fuhr erstmal ein großer Vorhang vor der Bühne herunter, damit niemand den Umbau beobachten konnte, und auf den Leinwänden links und rechts lief ein bisschen Werbung. Die war vor allem deshalb interessant, weil zum ersten Mal der Garnier-Werbespot bestaunt werden konnte! Ich sag mal, allein von der Länge ist er lohnender, als die von Meggle. Helene kommt viel länger zu Wort und ist ganz fleißig am Haare-Schütteln. Ich bin gespannt, wann diese Werbung dann auch im Fernsehen zu sehen sein wird.

Um 20:45 Uhr war es dann endlich so weit und die am Vorhang befestigten Luftballons hoben in den Himmel ab. Der Vorhang fiel und in der Luft dahinter, scheinbar an einem Strauß Ballons herabschwebend, kam Helene zum Vorschein. Sie startete das Konzert wie schon die Echo-Verleihung mit "Let me entertain you". Und somit war auch gleich das Motto für den Abend ausgegeben!

Während sie also zu entertainen anfing, machten ihr erst einmal ihre In Ears zu schaffen. Offenbar hörte sie sich selbst nicht oder nur schlecht, jedenfalls marschierte sie singenderweise zur einen Seite der Bühne, tippte auf ein Ohr und machte eine entsprechende Geste mit dem Arm. Dann kam auch gleich ein Techniker zu ihr und verstellte ein bisschen an ihrem Sender am Rücken herum. Dies alles aber, während Helene sang und das auch 1A wie immer.

Ihre Stimme hatte einen leicht heiseren Einschlag, war aber trotzdem bombensicher. Natürlich hatte ich mir nach ihren Aussetzern in Berlin, inklusive Konzert-Unterbrechung und Streichung von gleich 6 Liedern, so meine Gedanken und Sorgen gemacht. Und auch in Kassel, als Helene dann das Publikum begrüßte, war sie ziemlich heiser.
Und wie es dann so meine ewig pessimistische Art ist, malte ich mir gleich Horrorszenarien aus. Sie würde nicht durchs Konzert kommen. Sie würde entweder wieder Lieder streichen oder gleich ganz abbrechen. Und Folgeschäden ihrer Stimmbänder wären auch eine logische Folge. Drama, Drama, ich weiß. Während ich also noch schwarzmalte, startete Helene mit ihren eigenen Hits.
Angefangen mit "Phänomen", über "Von hier bis unendlich" (bei der "draußen fällt der Regen"-Zeile mit der Feststellung, dass dem heute nicht so sei) bis zu "Hundert Prozent".

Wobei vor letzterem erstmal eine kleine Begrüßung kam. Dabei bewunderte sie ihren tollen Ausblick über das Auestadion und betonte wie sehr sie sich auf den schönen Abend mit uns Fans freue. Ein Open Air sei was Besonderes und sie würde ja sehen, wir seien auch warm angezogen, einem tollen Abend stünde also nix im Wege. Regen sei auch nicht zu erwarten, sie habe den Himmel schon besungen, um das auszuschließen. Danke Helene!

Ja, und wem dann doch kalt würde, der solle doch einfach aufspringen, mitmachen, mitsingen, alle Hemmungen fallen lassen. Und sie selbst könne die Helligkeit jetzt noch ausnutzen und ein bisschen mit den ersten Reihen flirten, das sei auch toll. Nach der Frage, ob wir uns heute mit 99% zufrieden geben würde und einer Maoam-Werbung-mäßigen "Wieviel Prozent wollt ihr dann?"-Frage, folgte also "Hundert Prozent".
Es wurde lautstark mitgesungen und hier standen die Leute dann auch endlich auf! Ich wär ja gern zu Beginn aufgesprungen, aber so ganz allein im kompletten Block musste das dann auch nicht sein. Umso enttäuschender fand ich es, dass gleich nach dem Lied die Fans schon wieder saßen, obwohl es mit "Von Null auf Sehnsucht" auch eine schnelle Nummer war. Auch Helene zuckte leicht irritiert mit den Schultern...
Im Anschluss folgte "Einmal berührt, für immer verführt" (Helenes Interpretation von "Ich denk an Dich mit weichen Knien" in Form von schlackernden Beinen find ich ja sehr niedlich!) und danach redete Helene wieder etwas. Sie betonte noch einmal wie dankbar sie für ihre mittlerweile 8-jährige Karriere sei. Meinte, es brauche eh nicht viel um sie umzuhauen, aber diese Open Air-Tour sei nochmal etwas ganz Besonderes und sie würde es wahnsinnig genießen. Sie könne gar nicht beschreiben, was in solchen Momenten auf der Bühne in ihr vorgehen würde, es sei einfach ein warmes Gefühl und habe mit ganz viel Liebe zu tun, sie könne eben einfach ihren Traum leben. Und sie hoffe, dass wir das irgendwie spüren könnten. "Und deswegen möchte ich mich nochmal, an dieser Stelle, bedanken, dass ihr Euch Zeit genommen habt, dass ihr heute einfach da seid, ich... ahhh...." und dann standen ihr die Tränen in den Augen, sie hat sich wohl leicht irritiert von sich selbst die Hand vor den Mund gehalten, sich kurz weggedreht, dann zurück, und meinte nur: "Ich platze!! Ich finds einfach... super!" Und das war wieder so Helene... so echt einfach! Die steht dann da oben und will sich bedanken und meint einfach alles, was sie von sich gibt. Und wird dann noch so von ihren Gefühlen übermannt. Ich find das einfach unendlich liebenswert und diese Art ist es auch, was sie unter anderem ausmacht, sie so besonders macht!

Ja, das Konzert ging dann aber auch mal weiter! Und zwar passend zum Thema mit "Feuer am Horizont", ihrer allerersten Veröffentlichung! Die Version war sehr schön, langsam, mit Gitarren-Begleitung (sehr niedlich, wie sie ihrem Gitarristen Alex unauffällig den "Gitarren-Umhänger" hochschob, der ihm runtergerutscht war).



Weiter ging es mit "Wolkenträumer" und ich muss echt sagen, ich fand und finde es toll, auch mal so viele ihrer älteren Titel zu hören. Zumal ich die meisten davon live noch gar nicht kannte!

Und "Wolkenträumer" ist, finde ich, ein wunderschöner Song! Er ging dann über in eine Gospel-Nummer der Tänzer, dirigiert von Cale:



Und dann folgte der Brüller des Abends: Helene im Sister Act-Outfit als Hohepriesterin des Schlagers, die zu ihrem treuen Gefolge sprach. Dieses musste ihr Fragen wie die, ob man bereit sei, ihr ins Land von Liebe, Reim und Rhythmus zu folgen und seine Herzen zu öffnen mit "Oh yeah" oder auch "Ja gerne und danke der Nachfrage" beantworten. Es war im wahrsten Sinne des Wortes göttlich! "Und seid ihr bereit, die Sonne reinzulassen und die Sau raus?" "Sonne rein und Sau raus, yeeeah!" oder "Seid ihr auch bereit, Eure musikalische Seele zu entblößen, aber Eure Klamotten dabei anzubehalten? Dann singt und ruft jetzt laut und deutlich ' Halleli' und 'Hallelu... joah!'"

Nach der Frage, ob sich die treuen Freunde, die ihr gerade bedingungslos alles nachquatschen würden, was sie da oben vorquatsche, nicht langsam ziemlich veräppelt vorkämen und als auch geklärt war, dass wir nachts alle von ihr träumen, begann also der Schlager-Block.
Irgendwie witzig, dass es dafür jetzt eines eigenen Blocks bedarf, vor einigen Jahren stand der Namen Helene Fischer ja selbst noch für Schlager!
Sie sang nun in bester sommerlicher Laune Gassenhauer wie "Ein Bett im Kornfeld", "Er gehört zu mir", "Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?" (wo ich erstmal darüber aufgeklärt werden musste, dass "nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr" keineswegs eine helenische Umdichtung, sondern der richtige Text ist...), "Griechischer Wein" und auch die "Biene Maja" durfte nicht fehlen. So süß, wie Helene in ihrem bunten Kleid von anno knack über die Bühne wirbelte, mit Blumen herumwedelte und sichtlich Spaß hatte. Auch ihre Stimme war mittlerweile wohl warm geworden und klang kräftig und wunderschön geschmeidig wie immer. Nur ihre ab und an angestrengten Blicke deuteten noch auf die nicht vollständige Gesundheit hin.

Nachdem wir mit Helene auch noch "Über den Wolken" gewesen waren, kam am Ende des Blocks noch "Volare" Das war echt lustig, Frau Fischer unterzog uns alle nämlich eines Tests des Lungenvolumens und ließ uns ein endloses "Vooooooooooooooo" singen, bevor dann endlich "laaareee" folgte.
Klar, dass nach so einem Block die Stimmung kochte!
In dieser sommerlichen Hochstimmung war es nun an der Zeit, auch Kassel den ersten Song ihres im Herbst erscheinenden Albums vorzustellen. Titel ist "Te quiero" und die Musik sehr spanisch. Ich liebe das Lied schon seit dem ersten Hören und war hier ganz begeistert von mir selbst, weil ich den Text tatsächlich schon komplett im Kopf hatte! Lautstark wurde er heraustrompetet, während Helene auf der Bühne ihren Spaß hatte. Wieder einmal war zu beobachten, wie genau sie sich ihr Publikum anschaut. Die erste Reihe wurde mehrmals abgescant, Kusshände verteilt, gewunken, und und und. Find ich immer wieder toll!

Auch die Gäste von Santiano wurden noch einmal auf die Bühne gebeten und gemeinsam mit Björn Both sang Helene "Weit übers Meer". Ein wirklich schönes Lied, das sie ja schon in ihrer Show gemeinsam gesungen haben. Ich fand es damals schon sehr schön und live mit imposantem Wellen-Hintergrund war es dann nochmal eine Nummer toller!

Dass es mir gefiel, auch mal ältere Titel zu hören, habe ich ja schon gesagt und mit "König der Herzen" kam so ein Oldie in der Setlist als nächstes dran. Man merkte auch am Publikum, dass es sich hier im Text bestens auskannte und alles gab. Auch bei "Ewig ist manchmal zu lang", das auf den König folgte.
Und dann wurde es nochmal lateinamerikanisch, als die Background-Ladies Meri und Natalie "America" aus West Side Story anstimmten. Die Tänzer (schön übrigens, ein paar bekannte Gesichter von der letzten Tour zu sehen!) zeigten dazu eine tolle Choreographie, also auch an Marvin A. Smith, den Choreographen, mal wieder ein Hut ab! Der obligatorische Musical-Teil war nun also eingeläutet und Helene folgte mit einem zum Hinknien schönen "Somewhere".

Wenn ich jetzt groß ausschmücke, wie unfassbar schön sie das gesungen hat, kann ich mich eigentlich nur in die Nesseln setzen. Von daher belasse ich es bei "sehr sehr sehr sehr schön!" und mache weiter mit dem sehr interessanten Outfit, dass Helene dann für "Nur wer den Wahnsinn liebt" trug. Ich wusste schon was kommt, um mich rum gab es aber einige Keucher, nach Luft-Schnapper und auch ein paar anerkennende Pfiffe. Kein Wunder, denn wenn Helene sich in ihrem Smoking dann umdreht und das Publikum ihre quasi komplett nackte Rückseite bewundern darf, dann ist Schnappatmung wohl die logische Konsequenz.
Witzig in dem Zusammenhang war nur, dass Helene nach Ende des Songs zumindest ihren Hintern eigentlich wieder "einpackt". Nur reichte ihr diesmal irgendwie keiner ihren dafür vorgesehenen "Lendenschurz" und so musste sie erstmal "unten ohne" weitermachen.

Was folgte war ein Highlight, ein Song, der wohl zu DEN ultimativen Hits der letzten Zeit gehört: "Tage wie diese" von den Toten Hosen. Hier kam Helenes Gabe wieder zum Vorschein, mir Songs, die ich eigentlich nicht mag, schmackhaft zu machen. Sie sang es toll und auch das Publikum ging total ab. Und es hat dann echt was, wenn aus 18.000 Kehlen so eine Hymne hervorgeschmettert wird! Gänsehaut garantiert!
Natürlich stand mittlerweile wieder das ganze Stadion und das änderte sich auch bei den nächsten Titeln "Ich will immer wieder dieses Fieber spür'n" sowie "Und morgen früh küss ich dich wach" nicht. Im Gegenteil, die Menge tobte endlich so richtig!
Leider fehlte auch in Kassel der Teil mit der kleinen Bühne mitten im Publikum, die es während der ersten Konzerte noch gab. Auf dieser Bühne hatte Helene allein mit Christoph Papendieck am Klavier gesessen und erst Kelly Clarksons Version von "In the arms of an Angel" gesungen, und im Anschluss daran "Du lässt mich sein so wie ich bin". Beides Songs, die ich wahnsinnig gern live gehört hätte und auch die Idee mit Helene mitten unter den Leuten fand ich toll. Aber gut, nun war der Part eben gestrichen, übrigens genau wie auch "Das Karussell in meinem Bauch".
Weiter ging es stattdessen mit "Die Hölle morgen früh". Und irgendwie ist das glaube ich mittlerweile mein Lieblingslied von Helene! Ich freu mich immer schon bei den ersten Klängen zu Beginn und währenddessen kann man einfach nochmal so richtig abgehen, die "Hölle-Faust" mitmachen, und so weiter und so weiter. Ich liebe es!
Wie schon bei der Tour stellte Helene hier dann auch gleich ihre Band und Tänzer vor und danach kam der letzte Umzug. Sehr angenehm übrigens, dass es davon während dieser Tour nur vier gibt und nicht sieben, wie bei der letzten.
Das letzte Outfit des Abends war nun das weit ausgeschnittene Kleid, bei dem die Bild lächerlicherweise (lächerlich deshalb, weil man klar gesehen hat, dass sie etwas drunter trägt) einen Busen-Blitzer geschlagzeilt hatte. Also, liebe Leute der Schmierpresse: Da war nix!
Sie sang dann "The Power of Love" und das war einfach nur eine Offenbarung an Perfektion, wie es sie nicht oft gibt, auf dieser Welt. Es war so unglaublich schön gesungen, so kräftig, diese tolle Stimme, dazu die Atmosphäre, die Laser in der mittlerweile herrschenden Dunkelheit... für mich eins der absoluten Highlights des Abends! Helene dieses Lied noch einmal live singen zu hören hatte ich mir ohnehin schon lange gewünscht und nun ging das noch viel schöner in Erfüllung, als ich es mir vorgestellt hatte. Sie ist sensationell!

Was sollte nun also noch kommen? Zwei schnelle Nummern zum Abschied, zum einen "Vergeben, vergessen und wieder vertrau'n" und dann schließlich noch "Mitten im Paradies".

Hier fiel mir aber doch auf, dass Helene viele ihrer sonst fest integrierten Anfeuerungsrufe einfach ausließ. Und als sie dann doch "Und wo?" schreien wollte, kam nur ein Krächzen und sie fasste sich erstmal ganz genervt an den Hals. Auch die Schlusstöne sang sie meist kürzer als sonst. Aber was solls!
Mit einem spektakulären Feuerwerk (deswegen war die Bühne abgesperrt und somit hatte auch niemand die Chance, in irgendeiner Form an Helene heranzukommen) wurde das Konzert schließlich beendet, Helene bedankte sich noch einmal herzlich...

Ja, und dann war sie auch schon weg. Ein vielleicht etwas abrupter Abgang, da niemand so recht wusste, ob nun noch etwas kommen würde. Es kam nichts, das Licht im Stadion ging schließlich an und die Zuschauer machten sich langsam auf den Heimweg.
Auf den Heimweg von einem tollen Konzert (nur schade, dass zum ersten Mal der Russen-Block gefehlt hat!) mit einer wie gesagt nicht richtig fitten und trotzdem so unsagbar guten und auch gut gelaunten Helene. Sie ist der Wahnsinn und wie schon in der Einleitung gesagt... es gibt für mich im Moment nicht besseres, als ihr beim phantastisch-Sein zuzugucken! Ein absoluter Genuss!
Ich freu mich jetzt natürlich auf die kommenden Konzerte und hoffe sehr, dass es mit Helenes Gesundheit nicht weiter bergab geht und sie vor allem nicht wirklich nochmal Folgeschäden vom sturen Weitermachen davonträgt. Es wär tragisch, wenn so jemand irgendwann nicht mehr singen könnte...

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