Den Bericht zum Tournee-Abschluss von Helene in der Berliner Waldbühne am 6. Juli 2013 schiebe ich jetzt schon eine ganze Weile vor mir her. Und das aus dem einfachen Grund, dass mir die Worte fehlen! Dass ich einfach nicht beschreiben kann, was ich an diesem Abend, "in dieser Nacht der Nächte" erlebt habe. Wenn ich sagen würde, dass dies einer der schönsten Tage und der geilsten Abende meines Lebens war, dann würde das einfach zu banal klingen, um auch nur im Ansatz diese Show, diese Atmosphäre, diese Stimmung zu beschreiben!
Mit drei anderen Mädels war ich bereits am frühen Mittag vor dem Tor der Waldbühne eingekehrt, schließlich gab es Stehplätze und somit freie Platzwahl. Der Tag verging mit guten Gesprächen viel schneller als gedacht und wir waren mit die ersten, die schließlich durch die Kontrollen und auf dem Gelände waren. Nicht schnell genug aber für Reihe 1, was allerdings nicht so dramatisch war. Wir überlegten erstmal kurz, was wir machen könnten, aber dann kamen wir zu dem Schluss, dass Reihe 4 oder 5 aufgrund der Höhe der festen Bühne in dieser Location definitiv besser ist. Und so blieben wir genau dort stehen und bereuten den ganzen Abend über unsere Entscheidung nicht! Wir hatten tolle Sicht auf Helene, sie auch auf uns, waren von netten Fans umgeben und so eben gleichzeitig mittendrin und ganz nah dabei!
Hier ein Bild, das Stefanie von uns gemacht hat!
Nachdem ein Radio-Moderator sich als Anheizer probiert und noch einmal darauf hingewiesen hatte, dass wir durch die Aufzeichnung des Konzerts (am 10.8. im MDR!) alle verewigt würden, übte er auch den Jubel mit uns, da während des Santiano-Auftritts außerdem eine Live-Schalte zur Dankes-Sendung für die Hochwasser-Spenden in Dresden anstand. Bei der Gelegenheit wurde nicht nur deutlich, dass eine einmalige Stimmung herrschte, sondern auch, dass der Großteil der anwesenden Fans gar nicht aus Berlin kam. Das war schon irgendwie sehr skurril!
Beim Santiano-Block hätte die Stimmung schon kaum besser sein können, denn die Jungs wurden so richtig gefeiert! Alle Hände waren oben und es wurde lautstark mitgesungen. Während die Band ja auch in Hannover schon sehr nett aufgenommen worden war, stieß sie in vielen anderen Städten eher auf Ablehnung und Desinteresse. Dem war in Berlin gar nicht so, in manchen anderen Locations wird so vermutlich nicht einmal der Hauptact gefeiert! Hat wirklich Spaß gemacht, vor und offensichtlich auch auf der Bühne. Auch Helenes Band und die Tänzer schauten sich von der Seite schon den Auftritt an.
Und nach ein bisschen Gewarte und einer selbst initiierten Laola durchs riesige Rund war es dann so weit und "unsere gemeinsame Königin" schwebte ein letztes Mal mit ihren weißen Ballons ein!
Der Jubel kannte schlicht keine Grenzen, es gab eine unfassbare Begeisterungs-Welle, eine Begeisterung, die fast greifbar war. Selbst Helene war davon offensichtlich umgehauen, hatte sofort Tränen in den Augen und schüttelte mehr als einmal nur ungläubig den Kopf. In ihrer Begrüßung rief sie dann dazu auf, noch einmal richtig Party und Alarm zu machen, meinte aber auch, dass sie sehen würde, dass sie das eigentlich gar nicht extra sagen müsse!
Es war einmalig! Ob nun alle Fans bei jedem "Phänomen-'DU!'" auf sie zeigten, ihre Hände zu Herzen formten, was Helene glücklich erwiderte, oder eben einfach mitsangen, herumsprangen, tanzten und genossen - das war magisch und einfach etwas, was ich in dieser Form noch nie nie nie erlebt habe! Es herrschte eine tolle Stimmung untereinander und gemeinsam feierten wir einfach Helene da oben, die wiederum gar nicht wusste wohin mit ihrer Dankbarkeit, guten Laune und Euphorie!Wort für Wort wurden ihre Lieder mitgesungen, teilweise so laut, dass man sie da oben kaum noch hören konnte! Klar auch, dass sie nicht zweimal nachfrage musste, ob wir uns heute mit 99% zufrieden geben würden, sondern uns gleich im Anschluss "HUNDERT" brüllen ließ!
Besonders lustig war noch einmal der Schlager-Block, zum einen, weil er einfach jedes Mal für tolle Stimmung sorgte (das vom Publikum gesungene und gehaltene "Vooooo" von "Volare" war diesmal ohrenbetäubend laut!), zum anderen aber auch, weil wir uns eine kleine Aktion dafür überlegt hatten. Wem der Sketch davor geläufig ist, der wird die Aufforderung "Sonne rein und Sau raus - yeeeeaaaaah" noch sehr gut kennen. Wir hielten sie nun in Banner-Form nach oben und schmückten uns zusätzlich mit Afroperücken und Blumen auf dem Kopf. Cale bemerkte das schon beim "Wolkenträumer"-Gospel-Teil und lachte sich wirklich kaputt, Helene sah es dann nach dem Schlager-Block. Nachdem sie zuerst nur mit einem "Ich danke Euch!!" aufs Banner zeigte, bemerkte sie dann wohl auch unsere Frisuren, ging lachend halb in die Knie, ballte die Faust und brüllte ein "SAU RAUUUUS!!!!". Dann zeigte sie uns noch einen Daumen, was wir zu ihr erwiderten. Genial. Tja, bei ihr weiß man eben immer, warum sich solche Aktionen lohnen und Spaß machen. Sie freut sich einfach drüber und würdigt sie entsprechend!
Aber nicht nur das Publikum war bestens aufgelegt, sondern auch Helene selbst! So baute sie bei "Weit übers Meer" auf einmal gänsehauterregend tolle hohe Töne mit ein, die sie vorher so noch nie gesungen hatte und bei "Ewig ist manchmal zu lang" gab es im Refrain, den das Publikum übernimmt, von ihr wieder ein "ZU LANG!!". "Somewhere" und "The Power of Love" waren wieder zum Hinknien schön, mein emotionalster Moment war aber auf jeden Fall "So wie ich bin" auf der kleinen Bühne im Publikum. Diesmal konnte ich sie nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in echt erkennen und als sie nach "In the Arms of the Angel" dann eben dieses Lied anstimmte, entstand eine unglaubliche Geräuschkulisse. Was daran lag, dass hier wohl die gesamte Waldbühne leise mitsang. Gänsehaut am ganzen Körper und einige Tränen waren die Folge...
Ansonsten war einfach nur Party pur angesagt! Vor dem gerade angesprochenen Block gibt es ja mit "Tage wie diese", "Ich will immer wieder dieses Fieber spür'n" (es war unglaublich, wie wirklich alle Menschen gleichzeitig, ca. 25.000 waren es, da mehr eingelassen wurden, als eigentlich zugelassen, ihre Arme schwenkten! Von Reihe 1 bis ganz nach oben. So etwas habe ich noch NIE gesehen!!) und "Und morgen früh küss ich Dich wach" den wohl ultimativsten Stimmungsblock des Abends und nachdem wir aus vollem Halse singend bei den letzten beiden Songs auch noch herumgesprungen waren, war ich echt dankbar für die nun folgenden Balladen. Ich konnte nämlich schlicht erstmal nicht mehr!
Helene konnte definitv noch, was sie mit ihrem anschließenden Besuch im Publikum unter Beweis stellte. Während sie völlig entfesselt durch die Blöcke rannte, über Hecken und Absperrungen am Hände abklatschen war und diese mörderisch steilen Stufen mit absoluter Leichtigkeit bewältigte, kam ihr Bodyguard Tobi kaum hinterher. Auf dem Weg zurück nach unten zog Helene dann kurz entschlossen ihre High Heels aus und stürmte barfuß durch die Gänge. Auch das in einem Affenzahn. Aber wer nun dachte, dass sie schnaufend auf der Bühne wieder ankommen würde, der wurde eines Besseren belehrt. Sie atmete ein paarmal tief durch und machte dann gleich weiter mit "Die Hölle morgen früh" als sei nichts gewesen! Wir natürlich auch! Auch bei "Mitten im Paradies" gaben wir stimmtechnisch nochmal alles, was Helene zu einem gerufenen "Ich liebe Euch!!!!!" bewegte. Vorher hatten wir auch schon "Das dickste Bussi, das ihr jemals bekommen habt von mir" zugeworfen gekriegt.
Dann kam noch einmal das Feuerwerk und somit leider eben auch die Verabschiedung. Helene bedankte sich ausführlich, weigerte sich allerdings, sich allein vorne zu verbeugen, statt wie sonst mit ihrer Band, die nun stehen blieb und sie eben einzeln feiern wollte. Sie weiß offenbar ganz genau, was sie jedem einzelnen zu verdanken hat und möchte sich nicht allein für etwas feiern lassen, was nur im Team geht.
Dies war nun also der Abschluss der Sommer-Events 2013. Einer tollen Tour, die eigentlich gar keine Tour sein sollte. Was für eine tolle Stimmung haben wir miterlebt, wie umwerfend war Helene und wie witzig war es! Diese Tour zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass man sicher sein konnte, am Morgen nach einem Konzert wieder etliche Sprüche, Witze, Pannen etc. nachlesen zu können. Helene war offensichtlich (nach überstandener Krankheit zu Beginn) absolut in ihrem Element und haute teilweise Sachen heraus, dass man nur ungläubig mit dem Kopf schütteln und sich dann kaputt lachen konnte. Ganz, ganz toll war das und deswegen DANKE an alle Beteiligten! Egal ob die Tänzer, die Band, all die Techniker, die anderen Fans oder Helene selbst. Es war genial!