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26.1.13, Rebecca in St. Gallen - natürlich mit mir! Und gleichzeitig nach der Absage von War of the Worlds in Hamburg mein erstes Musical im neuen Jahr!

Dass die Show lustig werden würde, war bereits in Monte Carlo ersichtlich. Carin und Thomas spielten sich gegenseitig die Bälle zu, Pointe um Pointe zündete. Das Publikum lachte sich vor der Bühne schlapp und darauf hatten die Darsteller definitiv nicht weniger Spaß. Dies setzte sich fort bis zur Hochzeitsreise, wo Maxim eine Oper (?) schmetternd vor der Ich auf die Knie ging und ihr dann beim Foto Hasenohren zeigte. Und nicht nur die Tanzfeste im "Bist du Glücklich?"-Dialog wurden von Thomas mit entsprechender Bewegung untermalt, er blinzelte Lisa auch verführerisch an, als sie "Schau was dir meine Augen sagen" sang.

Aber auch abgesehen von diesen lustigen Einlagen war die Show gerade schauspielerisch mal wieder ein Hammer. Ich hab es ja schon öfter geschrieben und mich gerade letztes Mal sehr ausführlich drüber ausgelassen, aber ich könnte es eben schon wieder bemerken: Es ist ein Wahnsinn, wie dieses Ensemble zusammenspielt, wie unglaublich echt die Dialoge, Mimik und Gestik wirken! Ob es nun eine Maya ist, die wütend schimpfend das Zimmer verlässt, nachdem sie die Aufforderung von Maxim bekommen hat, oder auch ihre Panik beim Zusammentreffen mit Favell. Oder auch der liebevolle Austausch zwischen Thomas und Lisa, so völlig kleiner Details, Blicke und Berührungen. Wie süß es beim Schach ist, wie überzeugend bei dem langen Dialog auf Manderley in Akt zwei, wo sie seine Hand streichelt, sich an ihn lehnt, scheinbar unbewusst mit dem Bein herumwackelt. Sowas macht für mich einfach ganz großes Schauspiel aus. Weil es nicht mehr wie Schauspiel wirkt!

Hammermäßig fand ich wieder einmal "Mrs de Winter bin ich". Das ist eine Offenbarung, denn während Lisa sich vorher die ganze Zeit immer noch ein wenig zurückhält, haut sie da alles raus, was sie hat.  Man müsste sie nicht einmal sehen, allein der Wandel in der Stimme würde deutlich machen, was gerade passiert! Allerdings wäre es eine Schande, dieses Schauspiel zu verpassen...

Stimmlich muss man wohl zu niemandem etwas sagen, denn sie sind alle einfach toll! Thomas könnte für meinen Geschmack zwar etwas mehr singen und die fast Sprechgesang-artigen Stellen reduzieren, das war diesmal allerdings auch irgendwie ausgeprägter, als sonst. Seine Schlusstöne waren dafür unglaublich, "Zauberhaft natürlich" hat er wunderschöne verschörkelt gesungen und ordentlich phrasiert und als er bei "Kein Lächeln war je so kalt" er zweimal husten musste und sich dann auch noch versungen hat, hat er das so geistegegenwärtig und toll gerettet, dass es ganz sicher niemand bemerkt hat, der den Text nicht kennt!
Maya schien etwas heiser zu sein, vor allem beim Titellied zu Beginn des zweiten Aktes klang ihre Stimme gen Ende schon etwas sehr rau und ich fürchtete, sie würde ihr vielleicht wegbrechen. Dem war aber nicht so.
Etwas seltsam war die Szene nach Maxims Geständnis, als Robert und Frith auf Manderley über die neuesten Schlagzeilen sprechen. Es kam nämlich einfach mal niemand auf die Bühne. Das Orchester wurde unten schon unruhig, die ersten Blicke gingen fragend nach oben, das Getuschel im Zuschauerraum begann... und dann kamen ganz selbstverständlich die Darsteller hereinmarschiert und es ging normal weiter. Keine Ahnung also, was da los war.
Was mir sehr positiv aufgefallen ist, war zum Einen wieder das Zusammenspiel zwischen Maya und Lisa beim Titellied, das hatte mich ja letztes Mal schon so beeindruckt. Und dann finde ich es auch sehr gut, dass die Ich jetzt während "Sie war gewohnt, geliebt zu werden" endlich nicht mehr durchs halbe Zimmer rennt und sich dann versteckt, sondern gleich von der Seite kommt und an der Säule stehen bleibt. Macht so wesentlich mehr Sinn!

Es dirigierte Stéphane Fromageot und der schien einige Songs eher als Wettrennen zu interpretieren. "Hilf mir durch die Nacht", "Gott, warum?" und "Manderley in Flammen" war mir persönlich viel zu schnell und die Darsteller kamen teilweise kaum mit dem Singen hinterher. Sowas find ich immer schade.

Auch die Atmosphäre im Theater war sehr schön. Man merkt ja an den Reaktionen immer schnell, ob das Publikum im allgemeinen das Stück kennt, oder nicht. Und dieses war ganz offensichtlich zum Großteil das erste Mal in Rebecca! Es wurde eifrig über alle Witze gelacht, beim "Amor-Unfall" war ein "Oh nein, die Arme!!!" zu hören und auch bei "Kein Lächeln" hörte man Überraschung heraus. Dass das Stück toll ankam, merkte man spätestens beim Schlussapplaus, denn am Ende stand wieder einmal das komplette Theater! So muss es sein, so haben die Darsteller es verdient!
Jetzt bleiben nur mehr zwei Vorstellungen, eine für mich, bevor das Kapitel Rebecca in St. Gallen beendet ist. Leider...

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