Sabrina Weckerlin live & unplugged in Hameln - das klang doch mal richtig gut! Ich hatte schon länger darauf gewartet, dass Sabrina mal mit einem ihrer Soloprogramme in die Nähe kommen würde und Hameln war quasi perfekt! Schnell waren also Karten reserviert und gleich nach dem 5:1-Sieg von 96 gegen den kleinen HSV ging es dann am 23. Februar los durch das dichte Schneetreiben.
Pünktlich kamen wir in der Rattenfängerstadt und vor dem Lokal an, in dem das Konzert stattfinden sollte. Und kurz darauf kam sogar noch Sabrina grüßend und winkend heraus, sie wollte wohl vor ihrem Auftritt noch schnell etwas essen. Die Freundin, die sie begleitete, ließ es sich nicht nehmen, schnell ein Foto der mittlerweile recht langen Schlange zu machen. Und als dann schließlich die Türen geöffnet wurden, setzte diese sich in Gang. Dabei ist auf jeden Fall zu betonen, wie ruhig und gemäßigt alles ablief. Niemand drängelte, alle warteten geduldig und nett darauf, an die Reihe zu kommen. Im Innern des Restaurants standen Tischgruppen zusammen und in der linken Ecke befanden sich ein Klavier, ein Hocker und Mikrofronständer. So konnte also gut abgeschätzt werden, wo das Geschehen später sein würde. Zusammen mit ein paar Bekannten und Freundinnen sicherten wir uns einen schönen Tisch und harrten der Dinge, die da kommen sollten...
Mit "Halt mich" von Herbert Grönemeyer eröffnete Sabrina schließlich den Abend und schob dann gleich "Ein neues Leben" aus Jekyll & Hyde nach. Und wer sie das auf der Tour schonmal hat singen hören, der weiß, was dies für ein toller Beginn war! Aber ohnehin wurde es ein extrem schöner und unterhaltsamer Abend. Sabrina ist nämlich nicht nur eine überragende Sängerin, sie ist auch sehr, sehr lustig. Und nett, so erkundigte sie sich gleich zu Beginn, ob denn jeder einen Platz bekommen habe und sitzen könne und grüßte ganz glücklich eine der kleinen Johannas, die auch gucken und hören gekommen war. Witzig war der ständige Austausch mit ihrem "Mädchen für alles"-Musiker Max, der sich am Klavier und an der Gitarre betätigte. So kam dann z.B. eine "Was für Bezeichnungen für Brötchen gibt es?"-Diskussionen zu Stande. Weil einfach "Brötchen" ja langweilig sei.
Und dann kam teilweise auch wirklich herrliche Situationskomik dazu. Wenn sie z.B. "With You" aus Ghost anstimmt (als Duett mit einem ihrer Special Guests DMJ) und dann genau in der dramatischen Pause vor dem ersten Refrain die Uhr im Raum sich mit einem lauten *PING* meldet, dann ist das einfach nur genial. Natürlich sorgte es für lautes Gelächter und das Lied wurde noch einmal neu begonnen. Nachdem Sabrina ein paar weitere Lachanfälle überstanden hatte. Dazu hat sie noch erzählt, wie furchtbar das bei der Päpstin war, wenn sie lachend hinter den Kulissen stand und dann innerhalb von Sekunden zu dieser tragischen Figur umswitchen musste. Man müsse dann schnell "an ganz schlimme Sachen denken" um wieder runter zu kommen. Noch kurz zum Lied an sich: Wahnsinnig schön, obwohl ich es als Solo lieber mag. Also wenn mal jemand Ghost nach Deutschland holt, ich wüsste da eine tolle Molly!
Neben weiteren Songs wie z.B. "Wann trägt der Wind mich fort?" aus Bonifatius oder "Don't stop believin''" erzählte Sabrina auch immer wieder kleine Anekdoten aus ihrer Päpstin-Zeit in Hameln. Allein die Location war sehr passend, da es sich dabei um ihr Lieblingscafé handelte. Der Kellner habe sie heute auch gleich mit einem "Ah, der Camembert ruft!" begrüßt.
Ihr eigenes Lagerfeuer in Form von sich selbst entzündenden Teelichtern hatte sie auch dabei. Nachdem diese dann brannten, wurde "Fields of God" von Sting gesungen, was erst in Cyndi Laupers "True Colors" überging und dann schließlich in "Somewhere over the Rainbow" mündete.
Als Abschluss des ersten Teils sang Sabrina noch "Das bin ich" aus der Päpstin, was natürlich auch wieder ein besonderes Highlight war!
Teil 2 wurde eingeläutet mit "Cabaret", darauf folgte dann "Einsames Gewand", aber mal in einem ganz anderen "musikalischen Gewand", nämlich mit Gitarre. Anders war es, aber trotzdem supertoll!
Gemeinsam mit DMJ sie danach dann "I want it all" aus We will rock You, bzw. von Queen. Und ich muss schon sagen, auch wenn Sabrina keine Kerry ist, hat sie das Lied mit ähnlich viel Power gesungen!
Danach wurde der zweite Special Guest vorgestellt, es war Andrea Pagani, den wohl auch viele als Arsenius aus der Päpstin kennen. Er präsentierte am Klavier "Schweigen ist silber" von Philip Poisel, was mich persönlich jetzt eher weniger ansprach.
Sabrina sang im Anschluss mit Max und DMJ ein riesen-Medley und das war richtig toll! "Just the Way you are" war ebenso vertreten, wie "Purple Rain" und "Euphoria". Letzteres zuerst einmal ungewohnt in Balladen-Form. Ich war offen gestanden spontan im Himmel, weil ich mit diesem Lied so viel verbinde und es mich auch erinnerte, wo ich mich am nächsten Tag befinden und wen ich es wieder einmal singen hören würde. Hach... ja, also von Sabrina kamen dann auch noch Teile von "The Edge of Glory" von Lady Gaga, was mich an Kerry in London erinnerte, danach Stevie Wonders "Isn't she lovely", "With our without you" von U2 und Katy Perrys "Firework". Witzig war "Kiss" von Prince, gesungen von allen zusammen, so musste dann auch Sabrina im Folgenden lachen. Und das natürlich wieder bei einem recht traurigen Lied, "I don't believe you" von Pink. Dazu kam noch, dass Max' Gitarre mittlerweile ziemlich ungestimmt und komisch klang, was sie auch noch bemerkte. Und so ging es eben weiter, mit "Crazy" und Sabrina baute "Does that make me crazy? Does that make me crazy? Like this Guitar..." ein.
Nach diesem langen, langen Medley sang Sabrina "Eisberg" von Andreas Bourani und dann mit Andrea "Sorry seems to be the hardest Word". Besonders toll fand ich das Frank Wildhorn-Lied "What I do best" das dieser wohl mal für Whitney Houston geschrieben hatte, welche es aber nicht mehr singen konnte. Also meinte Sabrina, dann könne sie das ja jetzt tun. Und dann klingelte erstmal wieder die Uhr...
Auch der Rattenfänger der Stadt war anwesend und weil dieser sich wohl etwas Rockiges gewünscht hatte, packte Sabrina "Marshall" aus (seines Zeichens ein elektrischer Verstärker, der an Max' Gitarre angeschlossen wurde) und sang mit seiner Unterstützung "I love Rock'n'Roll".
Die Stimmung wurde im Laufe des Abend durch das permanente Gescherze von Sabrina mit ihren Jungs auch durch die paar Hoppalas immer lustiger. Auch das Thema "Bachelor" wurde irgendwann angeschnitten und DMJ spontan zum "Black Bachelor" ernannt. Als die beiden "Time of my Life" zusammen sangen, ließ Sabrina es sich dann nicht nehmen, einmal "Schenk mir eine Rose" statt "You're the one thing" zu singen.
Leider war das Konzert nun schon fast vorbei. Eine Zugabe war "Son of a Preacherman", das sie auch ganz zu Beginn schon gesungen hatte. Und bei "Ohne Dich schlaf ich heut Nacht nicht ein" klatschte und sang dann schließlich der ganze Raum mit.
Es war wirklich ein tolles, tolles Konzert und ich werde mit Sicherheit jede sich in Zukunft bietende Chance ergreifen, um wieder mal bei einem dabei sein zu können! Sabrina ist seit Jahren eine meiner Lieblingsdarstellerinnen, die ich immer wieder in Musicals und bei Konzerten gesehen habe, aber ohne irgendwie wirklich aktiv ihretwegen anzureisen.
Dabei ist sie wie gesagt nicht nur stimmlich herausragend, sondern meiner Meinung nach auch immer sehr, sehr nett!